TRAILTICKER 10 - 2017

Foto: Fabio Achilli, CC by 2.0 Lizenz



Lang – länger – am längsten. Zweihundert ist das neue Hundert. Diesen Eindruck kann man jedenfalls bekommen, wenn man auf die Ultra-Trail Szene in den USA schaut. Seit einigen Jahren kann man da das Aufblühen einer neuen Ultra-Distanz beobachten: 200-Meilen. Zuerst waren es relativ langweilige Kurse auf kleinen Runden wie beim Pigtails Challenge in Washington und beim McNaughton 200 in Vermont. Dann kam die Ultratrail- und Abenteuer-Läuferin Candice Burt und schuf mit dem Tahoe 200 und dem Bigfoot 200 zwei Veranstaltungen, die auf einer großen, landschaftlich sehr attraktiven Schleife verlaufen. In diesem Jahr kam ein neuer 200er dazu, der unter ihrer Regie steht: Der Moab 200 – oder besser, wie sie vor einigen Monaten korrigierte: Moab 240. Denn selbst 200 Meilen reichten nicht aus, die Schleife durch die Canyonlands, durch das von Obama geschaffene und von Trump bedrohte Bears Ears National Monument und durch die alpinen Regionen der La Sal Bergkette zu legen. Dabei bedeuten 200 Meilen im Vergleich zu 100 Meilen nicht einfach nur die doppelte Lauflänge bzw. Laufzeit – es werden auch ganz neue Strategien gefragt. Denn auf dieser Distanz ist es unumgänglich, sich irgendwann mal hinzulegen und wenigstens einige Stunden zu schlafen. Wann macht man das? Wie wählt man die Ernährung? In diesen Punkten weisen die 200-Meilenläufe eher Gemeinsamkeiten mit einem ThruHike als mit einem 100-Meiler auf. 

In Europa ist man da noch nicht so „weit“ – die einzigen mir bekannten Non-Stop Läufe mit 200 Meilen und mehr sind der Tor des Geants im Aostatal und der WiBoLT, der oberhalb des Mittelrheintals verläuft. Dagegen sehe ich hier eher einen anderen Trend: Den Trend zu steilen Trails auf kürzeren Strecken. So haben zum Beispiel der Zugspitz Ultratrail, der Eiger Ultra Trail und der UTMB ihre Streckenangebote zu kürzeren Strecken hin aufgefächert. Gleichzeitig entstehen neue Events wie das von Diego Pazos initiierte Montreux Trail Festival, die von Vornherein eine Vielzahl von Strecken unterschiedlicher Länge und unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads bieten. Andere Veranstaltungen wie das Glencoe Skyrace oder der Ultra Pirineu machen ihre kürzeren und steileren Skyrunning-Veranstaltungen zum Hauptevent, nicht die längste Strecke. Und selbst Profi-Veranstalter wie Plan B, die sich bisher vor allem als Veranstalter von Ultras und Etappenläufen hervorgetan haben, tummeln sich mit ihrer Reihe „Trails 4 Germany“ plötzlich auf dem Terrain des gut laufbaren Sub-Marathon Trails im Mittelgebirge. 

Trailrunning – quo vadis? Trotz der Tendenzen in den USA scheint der Trend hin zur immer längeren Strecke gebrochen. Es gibt mehr und mehr Laufveranstaltungen in Deutschland – aber auch zunehmende Vielfalt, was die Streckenlänge anbetrifft. Veranstaltungen mit mehreren Laufdistanzen ermöglichen es Familien, Freunden und Laufgemeinschaften mit unterschiedlichem Leistungsniveau, das Gemeinschaftsgefühl eines großen Trailevents zu erleben – und dennoch die jeweils maßgeschneiderte Strecke zu laufen. 

Und mal ganz ehrlich: Sind nicht manchmal mittlere Distanzen, die man mit höherem Laufanteil und stärker am Limit absolviert, genauso befriedigend wie die ganz langen Strecken, über die man sich vielleicht am Ende nur noch schleppt? Ist nicht ein kurzer, mit giftigen Anstiegen gespickter Trail genauso (wenn auch auf andere Weise) fordernd wie ein Ultratrail? Und bringen nicht nach einer Saison, in der man sich auf steile, alpine Trails fokussiert hat, Läufe auf welligen Trails mit höherem Laufanteil den Körper genauso ans Limit? Und ist es nicht auch toll, in einer Saison Wettkämpfe mit ganz unterschiedlichen Streckenlängen, Steilheiten und technischen Schwierigkeiten zu laufen?

Im Berglauf kommt immer wieder der Streit auf, was eigentlich ein Berg ist und ob manche Bergläufe nicht eigentlich Hügelläufe sind. Aber ein Trail ist ein Trail ist ein Trail. Ob steil oder wellig, wurzlig oder verblockt, im Wald oder am Berg, kurz oder lang. 

Vielfalt statt Einfalt!





Während im Hochsommer kaum ein Wochenende vergeht, an dem nicht weltweit eine Handvoll Rennen mit Spitzenläufern ausgetragen werden, dünnt der Rennkalender Ende September und im Oktober etwas aus. Aber nur etwas. Denn während das Wetter in den Alpen für Trailruns zu unsicher wird, verlegt sich der Schwerpunkt des Trailrunning-Zirkus in weniger alpine Regionen. Gleichzeitig fällt die Entscheidung in zwei Cup-Wertungen: Der Skyrunner World Series und der Ultra Trail World Tour.


Marato/Ultra Pirineu

Obwohl der Ultra Pirineu der abschließende Wettkampf der Skyrunner World Series in der Kategorie Sky Ultra war, war der Marato Pirineu deutlich kompetitiver besetzt. Bei den Männern gab es wieder einmal einen Sieg und wieder einmal einen Kursrekord für Kilian Jornet, der allerdings alle Kräfte zusammennehmen musste, um sich des Zweiten, Nicolas Martin (Frankreich) zu erwehren. Im Ziel trennten die beiden gerade mal 26 Sekunden! Bei den Damen fiel die Entscheidung deutlicher aus, hier siegte die Neuseeländerin Ruth Croft mit 6 Minuten Vorsprung vor Laura Orgué. Während man sonst Andrea Huser immer auf der längstmöglichen Strecke sieht, beschränkte sie sich hier auf den Marathon – vielleicht um nicht zu viele Kräfte für die noch bevorstehenden langen Kanten beim Ultra Trail Atlas Toubkal und bei der Diagonale des Fous auf La Reunion zu vergeuden. Sie belegte am Ende den fünften Platz.

Der klare Favorit für den Ultra Pirineu war Luis Alberto Hernando. Aber Ultras haben ihre eigenen Gesetze, und in diesem Fall verhinderten Knie- und Magenprobleme, dass Hernando ganz an die Spitze laufen konnte. Er wurde Sechster, hatte aber aus den vorhergehenden Rennen genügend Punkte, um die Gesamtwertung der Sky Ultra Kategorie zu gewinnen. Den Ultra Pirineu aber gewann der Spanier Pablo Villa mit 3 Minuten Vorsprung vor dem Kasachen Dmitry Mityaev. Bei den Damen musste man sich fragen, ob die beiden Favoritinnen Nuria Picas und Maite Maiora überhaupt genügend regeneriert waren, um eine Chance aufs Podium zu haben. Schließlich fand der Ultra Pirineu gerade mal drei Wochen nach dem UTMB – bei dem Picas gewann und Maiora Zweite beim CCC wurde. Wie auch immer sie das nach diesen kompetitiven Läufen geschafft hatten: Sie waren regeneriert. Ob nun aufgrund der kürzeren Strecke beim UTMB oder aufgrund der besseren Regeneration – Maite Maiora hatte beim Ultra Pirineu die Nase vorn und siegte mit 19 Minuten Vorsprung vor Nuria Picas.

Für die Gesamtwertung der Sky Ultra Kategorie war dagegen eher wichtig, wer lief bzw. nicht lief. Denn vor dem Ultra Pirineu lag Ragna Debats (Niederlande) in Führung vor Hillary Allen (USA) und Francesca Canepa (Italien). Debats trat beim Ultra Pirineu nicht an, Hillary Allen konnte nicht, denn sie erholt sich immer noch von ihren Sturzverletzungen beim Tromsø Skyrace. Francesca Canepa trat dagegen in den Pyrenäen an. Mit gesundheitlichen Problemen - und wie sie selbst berichtete war in dieser Saison jedes Rennen ein Russisches Roulette. Dieses mal ging das Roulette nicht auf und sie musste aufgeben. Damit blieb es bei der Reihenfolge in der Gesamtwertung des Sky Ultra: Debats – Allen – Canepa.

Marato Pirineu
  1. Kilian Jornet (ESP) 03:44:28 
  2. Nicolas Martin (FRA) 03:44:54 
  3. Bhim Bahadur Gurung (NEP) 03:46:52
  1. Ruth Croft (NZL) 04:19:10 
  2. Laura Orgue Villa (ESP) 04:25:17 
  3. Glykeria Tziatzia (GRE) 04:32:08 

Ultra Pirineu
  1. Pablo Villa González (ESP) 12:30:19 
  2. Dmitry Mityaev (KAZ) 12:33:46 
  3. Aurelien Dunand-Pallaz (FRA) 12:44:15
  1. Maite Maiora Elizondo (ESP) 14:22:19 
  2. Núria Picas Albets (ESP) 14:41:45 
  3. Ekaterina Mityaeva (RUS) 15:41:17 
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.



Bear 100

Die Veranstalter des Bear 100 charakterisieren ihr Rennen wie folgt: „Eine kühler Herbst-Parcours durch Wälder von Pinien, Espen und Ahornbäumen“. Und tatsächlich ist der Bear 100 dafür bekannt, dass man auf ihm 100 Meilen lang den Indian Summer erlebt. Es ist aber nicht nur ein „Genußlauf“ – jedes Jahr verschlägt es einige hochkarätige Trail-Ultras auf diesen Point-to-Point Kurs zwischen Logan und Bear Lake quer durch die Wasatch Mountains in Utah. Mike Foote, Karl Meltzer, Geoff Roes haben diesen Lauf in der Vergangenheit ebenso gewonnen wie Kaci Lickteig, Anna Frost und Darcy Piceu.


Indian Summer auf dem Bear 100 Trail. Foto: Chihping Fu

Dieses Jahr waren mit dem Vorjahressieger Jeff Browning, Mark Hammond (2017 Zweiter beim Run Rabbit Run und Dritter beim Western States) und Timothy Olson mehrere Läufer am Start, denen man den Sieg zutrauen konnte. Lange lag Mark Hammond in Führung, doch nach ca. 75 Meilen wurde er von Jeff Browning überholt. Knieprobleme und die Erkenntnis, dass er Laufen in der Nacht eigentlich nicht mag ließen dann Mark Hammond nur 15 Meilen vor dem Ziel aufgeben – und Jeff „Bronco Billy“ Browning lief seinem zweiten Sieg in Folge entgegen. Timmy Olson hatte keinen guten Tag, schaffte es aber dennoch auf Platz 4. Bei den Damen war Hannah Green die Schnellste - sie hatte in diesem Jahr schon als Siebte beim Hardrock 100 überzeugt.


Jeff Browning, Sieger des Bear 100 2017. Foto: Altrarunning

Einen guten Eindruck vom diesjährigen Bear 100 bekommt man in diesem kurzen Film des Kopfhörer-Herstellers Jaybird, der auf die beiden von Jaybird gesponserten Athleten Timmy Olson und Luke Nelson fokussiert. 

Das Podium
  1. Jeff Browning (USA) 18:28:48
  2. Lars Kjerengtroen (USA) 19:28:11
  3. Luke Jay (USA) 19:36:24
  1. Hannah Green (USA) 24:22:17
  2. Amy Blackham (USA) 25:50:01
  3. Kelsy Bingham (USA) 25:54:12
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.




Kaisermarathon/Tour de Tirol

Eigentlich wünscht man solche Wetterkapriolen wie bei der diesjährigen Tour de Tirol keinem Laufveranstalter. Regen – Schnee – Sonne – Regen. Aber bei solchen Verhältnissen können Veranstalter beweisen, ob sie einen Plan B in der Tasche haben und den richtigen Riecher für Entscheidungen, die die Sicherheit der Teilnehmer im Fokus hat. Die Veranstalter der Tour de Tirol scheinen diesen Riecher zu besitzen.

Die Tour de Tirol fand dieses Jahr bereits zum zwölften mal statt – allerdings wurde mehrfach der Austragungsort und die Streckenführung geändert. Eine letzte große Änderung gab es im Vorjahr, als man sich den Kaisermarathon vornahm, ihn mit einem höheren Trail-Anteil ausstattete und die erste Hälfte schwieriger, dafür aber den Schlußanstieg auf die Hohe Salve etwas einfacher machte.

Die Tour startete am Freitag traditionsgemäß mit dem Söller Zehner, einem welligen 3-Rundenkurs mit insgesamt 210 Höhenmetern. Ihn gewann Patrick Wieser (SUI) nach spannendem Dreikampf erst auf der Zielgeraden vor Shaban Mustafa (BUL), Tjebbe Kaindl (AUT) wurde Dritter. Bei den Frauen war die Sache sehr viel klarer: Hier siegte Michelle Maier (GER) souverän vor Anke Friedl (GER) und der Schweizerin Sandra Dänzer (SUI).

Dann ging es am Samstag zum Kaisermarathon. Allerdings hatte mittlerweile eine Kaltfront zugeschlagen: Regen und Schnee teilweise bis in die Niederungen. Der Veranstalter – bestens über die Wetterentwicklungen informiert – verschob den Start um eine Stunde nach hinten. Ein sehr guter Zug, wie sich zeigen sollte. Dadurch war zwar die Strecke immer noch vom Regen und Schnee aufgeweicht, aber als die Läufer sich in der zweiten Hälfte des Rennens auf die Hohe Salve begaben, brach sogar die Sonne durch, so dass der Marathon regulär und auf weitgehend schneefreien Wegen beendet werden konnte, wenn auch inmitten einer Winterlandschaft. Beim Marathon setzte sich die Dominanz von Michelle Maier fort – dass sie bei einer Laufzeit von 3:48:28 im Ziel 56 Minuten vor den auf den Plätzen 2 (Alexandra Raddaz, GER) und 3 (Zala Zdouc, AUT) rangierenden Läuferinnen ankam zeigte, wie sehr sie dem übrigen Starterfeld überlegen war. In der Gesamtwertung des Marathons belegte sie mit dieser schnellen Zeit Rang 5. Bei den Herren ging es spannender und knapper zu: Hier war es anfangs ein Führungsduo bestehend aus Patrick Wieser und Shaban Mustafa, dann konnte sich Mustafa kurz vor der Halbmarathonmarke von Wieser absetzen. Jedoch nicht lange, denn Wieser hatte Mustafa vor dem letzten Anstieg wieder geschnappt und bei Hexenwasser schon einen kleinen Vorsprung herausgelaufen, den er dann weiter ausbaute. Er gewann schließlich deutlich mit 2:25:32. Die Überraschung spielte sich jedoch weiter hinten ab. Hannes Namberger vom Team Mammut Deutschland war über weite Strecken deutlich hinter der Spitze gelaufen, hatte zeitweise sogar einen Rückstand von 12 Minuten, machte dann aber am Schlussanstieg zur Hohen Salve immer mehr Boden auf den schwächelnden Mustafa gut, überholte ihn kurz vor dem Ziel und wurde mit 2 ½ Minuten Vorsprung auf Mustafa Zweiter.

Der abschließende Pölven-Trail am Sonntag war dann sehr feucht – es regnete praktisch ununterbrochen. Die Spitzenläufer aber störte das nicht. Und nach zwei erfolglosen Versuchen hatte dieses mal Shaban Mustafa die Nase vorn – er gewann vor Christian Kreidl (AUT) und Patrick Wieser. Im Ziel hatte Patrick Wieser zwar Sieben Minuten Rückstand auf Mustafa, der Vorsprung aus den ersten beiden Tagen aber reichte aus, dass er in der Gesamtwertung Erster blieb vor Mustafa und Stefan Holzner (GER). Bei den Frauen war Michelle Maier der Gesamtsieg praktisch nicht mehr zu nehmen – sie ließ es sich aber auch nicht nehmen, auch das dritte Rennen in Folge zu gewinnen. In 2:12:11 hatte sie auch diesen Trail hinter sich gebracht und war damit 23 Minuten schneller als die Zweite, Sophia Moosbrugger (AUT). Dritte wurde Zuzana Weissova (CZE).

Gesamtergebnis Tour de Tirol
  1. Michelle Maier (GER) 6:39:17
  2. Alexandra Raddatz (GER) 8:15:06
  3. Zuzana Weissova (CZE) 8:22:06
  1. Patrick Wieser (SUI) 6:06:09
  2. Shaban Mustafa (BUL) 6:18:27
  3. Stefan Holzner (GER) 6:32:11
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.




Moab 240

Es ist das dritte 200-Meilen Rennen, das die US-Amerikanerin Candice Burt aus der Taufe gehoben hat. Und noch vor der ersten Austragung in diesem Jahr musste sie den Namen ändern – von Moab 200 auf Moab 240. Bei der Premiere haben sich gleich 127 Läufer und Läuferinnen auf die große Schleife durch Canyonlands und die alpinen Wälder und Wiesen der Manti La Sal Berge gemacht. Einen guten Einblick über die landschaftliche Vielfalt der Strecke gibt der Race Trailer.


Nach etwa einem Fünftel der Strecke übernahm eine Frau die Führung: Courtney Dauwalter, die erst wenige Wochen zuvor – trotz temporärem Sehverlusts – den Run Rabbit Run gewonnen hatte. Im letzten Trailticker haben wir darüber berichtet. Und nun beim Moab 240 baute Dauwalter diese Führung Stück für Stück aus. Am Ende lag sie mit 57 Stunden und 55 Minuten fast 10 Stunden vor dem Zweitplatzierten, Sean Nakamura. Auch der war nicht wirklich gut ausgeruht, denn er hatte gut einen Monat zuvor den Tahoe Rim 200 gewonnen und war eine Woche später noch den Mogollon Monster 100 gelaufen. Insgesamt erreichten 98 Läufer und Läuferinnen das Ziel innerhalb der erlaubten Zeit von 130 Stunden. Courtney Dauwalter aber sollte man für die kommenden Jahre auf jeden Fall auf dem Plan haben: A woman to watch.

Das Podium:
  1. Courtney Dauwalter 57:55:13
  2. Pam Reed 74:18:35
  3. Jeri Ginsburg 81:18:55
  1. Sean Nakamura 67:50:10
  2. Michael McKnight 68:26:38
  3. Christopher Cappellini 68:43:42
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.




Pfälzer Weinsteig 100

Den Pfälzer Weinsteig gibt es seit 2010, seit 2011 gehört er zu den „Prädikatswanderwegen“. Und da er etwas mehr als 100 Meilen lang ist, könnte man als Läufer auf die Idee kommen, auf ihm ein 100-Meilen Rennen auszutragen. Genau diese Idee hatten Günther Bruhn und seine Frau Christine. Sie veranstalteten den „Pfälzer Weinsteig 100“ in diesem Jahr schon zum vierten mal. Hier gibt es keine Hektik bei der Anmeldung, das Starterfeld ist klein und übersichtlich – gerade mal 48 Läufer und Läuferinnen waren in Schweigen am südlichen Ende des Weinsteigs auf die Strecke gegangen – , die Verpflegung ist vorbildlich und es gibt kein live-Tracking, sondern sorgfältig ausgearbeitete Tabellen, die der Veranstalter regelmäßig in Facebook stellt und so die Zuschauer und Betreuer informiert. Ein kleiner, aber feiner 100 Meilen-Lauf, sozusagen ein Prädikats-Ultra, und mit 5600 Höhenmeter muss man sogar etwas mehr positive Höhenmeter zurücklegen als beim legendären Western States Endurance Run.

In diesem Jahr wie im letzten Jahr mit dabei: Max Kirschbaum, der 2016 beim Weinsteig 100 mit 21 Stunden und 26 Minuten einen neuen Streckenrekord aufgestellt hatte. Und der 2017 sehr erfolgreich war – neben den „lokalen“ Rennen am Keufelskopf und beim Pfalztrail, die er beide gewonnen hatte, war er bei der Deutschen Meisterschaft im Ultratrail (Zugspitz Supertrail XL) Dritter geworden. Und auch beim diesjährigen Pfälzer Weinsteig 100 führte er von Anfang an und brachte diese Führung unangefochten ins Ziel. Wenn man so konkurrenzlos unterwegs ist, ist es oft schwierig, das Tempo hochzuhalten. Max Kirschbaum schaffte das trotzdem – und unterbot seinen Streckenrekord von 2016 nochmals um 34 Minuten. Man darf gespannt sein, wann er sich nach diesen wiederholten nationalen Erfolgen auch internationalen Rennen zuwendet – Potential hat er und sein „Ultra-Beard“ hat auf jeden Fall schon internationales Format und muss nicht hinter denen von Rob Krar, Timmy Olson und Gary Robbins zurückstehen …

Max Kirschbaum bei der Verpflegungsaufnahme. Foto: Günther Bruhn.

Ebenso unangefochten wie Max Kirschbaum war die Siegerin Bianca Logé von der Landau Running Company. Bis zum Verpflegungspunkt 3 bei km 85 war sie mit Andreas Weber und Stephan Peters (BEL) praktisch gleichauf, Peters fiel dann aber in der Nacht immer weiter zurück, so dass Logé und Weber den Vorsprung bis ins Ziel ausbauen konnten. Schließlich kamen Bianca Logé und Andreas Weber in 22:58 zeitgleich ins Ziel, und Logé belegte damit den zweiten Gesamtplatz. Den Streckenrekord von Iris Stern aus dem Vorjahr unterbot Logé um ganze 3 Stunden und 8 Minuten!

Das Podium:
  1. Max Kirschbaum (GER) 20:52:00
  2. Andreas Weber (GER) 22:58:00
  3. Stephan Peters (BEL) 24:59:00
  1. Bianca Logé (GER) 22:58:00
  2. Warlich Anke (GER) 27:17:00
  3. Stefanie Krieg (GER) 27:27:00
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier




Diagonale des Fous

Zum Saisonauftakt und Saisonende zieht es die Läufer auf nahe oder ferne Inseln. Was der Transgrancanaria im Frühjahr ist, ist die Diagonale des Fous im Herbst. Die französische Insel im Indischen Ozean wird zum Gastgeber für die nationale (französische) und internationale Trailrunning Elite. In diesem Jahr waren vor allem aus Frankreich, den Vereinigten Staaten und der Schweiz einige Athleten und Athletinnen gemeldet, die realistische Chancen auf das Podium hatten: Ludovic Pommeret, Xavier Thévenard, Antoine Guillon, Julien Chorier, Sylvain Camus, Sébastien Camus, Freddy Thevenin (alle FRA), Miguel Heras (ESP), Seth Svensson, Jim Walmsley (beide USA), Urs Jenzer und Diego Pazos (beide SUI); Andrea Huser (SUI), Liza Howard (USA), Fernanda Maciel (BRA), Beth Pascall (GBR), Maud Gobert, Mélanie Rousset, Christine Benard und Émilie Lecomte (alle FRA).

La Reunion - Cirque de Mafate

Wenn man die Übertragung aus La Reunion sah, hatte man den Eindruck, dass die ganze Insel im Walmsley-Fieber war. Etwas unverständlich, da ja gerade auf diesem technischen Terrain nicht wirklich mit ihm zu rechnen war. Oder besser: es war fast schon damit zu rechnen, dass er den Kurs unterschätzt und irgendwann aussteigt. Neben Walmsley wurden die beiden ehemaligen UTMB-Sieger Ludo Pommeret und Xavier Thévenard sehr hoch gehandelt. Aber dann gab es schon vor dem Rennen die ersten Ausfälle zu melden: Thévenard und Heras zogen ihre Meldung zurück. Die anderen würden auf den Kurs gehen … aber auch dort war mit einer hohen Ausfallsquote zu rechnen.

Wer damit gerechnet hatte, dass Jim Walmsley von Anfang an allen davon läuft, wurde enttäuscht. Der 30km lange Anfangsanstieg von St. Pierre im Südwesten der Insel nach Notre Dame de la Paix sah ein auseinandergezogenes Band der Führungsläufer, bei denen die Top 10 gerade mal einen Zeitdifferenz von 3 Minuten hatten. Die beiden Camus waren dabei, ebenso wie Thevenin, Chorier, Guillon, Walmsley und Sangé Sherpa. Als es dann unwegsamer wurde und sich das Feld auf dem Weg nach Cilaos immer weiter auseinanderzog, sah man Maxime Cazajous (FRA) vom Team Hoka an der Spitze. Ihn hatte man zwar nicht unbedingt auf den Favoritenlisten, aber er war immerhin im Vorjahr Fünfter bei der Diagonale des Fous und kam beim Transgrancanaria 2017 auf den gleichen Platz. Im Stadion von Cilaos, einer der Hauptverpflegungspunkte, kam er als Führender durch. Beim Aufstieg zum Taibit war ihm Jim Walmsley schon dicht auf den Fersen, und als Cazajous dann beim Abstieg in den Cirque de Mafate stürzte und sich schwer am Ellbogen verletzte, war es um seine Führungsposition geschehen. Er lief immerhin noch tapfer weiter bis nach Sans Soucis (km 120), wo er dann aufgeben musste. Nun lag Walmsley in Führung und baute diese durch den Cirque de Mafate immer weiter aus – bis auf 30 Minuten am Fuß zum letzten langen und steilen Anstieg zum Maido. Gerade in der Verfolgung von Cazajous hatte er wohl unnötig Körner verschossen – so z.B. in einem ziemlich sinnfreien Sprint nach der Verpflegungsstation Début Taibit …

... und das sollte sich nun bitter rächen. Auf dem Weg zwischen Maido und Sans Soucis verlor er immer mehr an Boden, musste die in sicherem Abstand geglaubten Verfolger an sich vorbeilassen und musste dann in Sans Soucis das Rennen beenden. Wieder einmal konnte er nichts mehr zu sich nehmen bzw. bei sich behalten. Noch ein Ausfall bei Team Hoka, von dem an diesem Tag reihenweise die Läufer aufgeben mussten: Auch Julien Chorier und Ludovic Pommeret ereilte dieses Schicksal.

Von Sans Soucis ist noch etwa ein Marathon zu laufen bis zum Ziel in St. Denis, und auch wenn die großen Anstiege gemeistert sind, ist dieser Marathon gespickt mit einigen Höhenmetern und unangenehmem Geläuf (z.B. die Pflastersteine des Chemin des Anglais). Hier setzte sich Benoît Girondel durch, den nur wenige auf der Favoritenliste hatten, der aber in den letzten Jahren schon zwei mal beim Endurance Trail des Templiers gewonnen hatte. Hinter ihm kam der „Serientäter“ Antoine Guillon ins Ziel. Er hatte 2015 die Diagonale gewonnen und war mit Ausnahme von seinem 12. Platz im Jahr 2014 nie schlechter als Platz 4. Hinter dem Spitzenduo hatten sich über den Rennverlauf die beiden Schweizer Urs Jenzer und Diego „Zpeedy“ Pazos angeschlichen und lagen zeitweise sogar auf Platz 3 und 4. Auf dem letzten Streckenabschnitt nach St. Denis wurden sie dann noch von Guillaume Beauxis abgefangen, der schließlich auf Platz 3 kam. Vierter wurde Diego Pazos, Fünfter Urs Jenzer.

Vor dem Start: Andrea Huser (links) und Fernanda Maciel (rechts).
Foto: Peignée Verticale, @peigneeverticale

Bei den Damen war die Vorjahressiegerin Andrea Huser die große Favoritin, auch wenn sie in diesem Sommer wieder ein unglaubliches Wettkampfprogramm absolviert und gerade 2 Wochen vor der Diagonale noch den Ultra Trail Atlas Toubkal gewonnen hatte. Ihr Markenzeichen: Langsam anfangen und dann ganz stark finishen. Die diesjährige Diagonale des Fous machte da keine Ausnahme: Am ersten Kontrollposten lag sie sogar auf Platz 98. Den kompletten ersten Anstieg hindurch führte Emilie Lecomte, musste dann aber auf dem Weg nach Cilaos Andrea Huser an sich vorbeilassen, die ihre Führung bis zur Verpflegungsstation in Cilaos schon auf 20 Minuten ausgebaut hatte und bis ins Ziel nicht mehr abgeben sollte. Sie führte damit nicht nur das Frauenfeld an, sondern belegte in der Gesamtwertung Platz 8! Auch Emilie Lecomte lief ein klug eingeteiltes Rennen, und obwohl immer mal wieder schnelle Läuferinnen von hinten kamen, schafften sie es nie, sie einzuholen, so dass Emilie Lecomte in St. Denis als zweite Läuferin, aber mit einem Rückstand von 2 ½ Stunden auf Andrea Huser, einlief. Die anderen Favoritinnen taten sich schwer, und auf den Versuch, auf den 3. Platz vorzulaufen, folgte fast automatisch ein Leistungseinbruch – wonach sie dann im Feld zurückfielen. Dies ging Fernanda Maciel so, die in Cilaos Dritte war und im Ziel schließlich Achte wurde. Durch den Cirque de Mafate lief Beth Pascall als Dritte, sie kam am Ende auf den sechsten Platz. Es war die „Einheimische“ Marcelle Puy, die sich schließlich auf dem letzten Streckenabschnitt auf Platz 3 festsetzen konnte.

Das Podium:
  1. Andrea Huser SUI 26:34:52
  2. Emelie Lecomte FRA 29:02:26
  3. Marcelle Puy FRA30:58:58
  1. Benoit Girondel FRA 23:53:53
  2. Antoine Guillon FRA 24:26:12
  3. Guillaume Beauxis FRA 25:09:58
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.

Und hier noch ein Video von Trail Endurance Mag von der diesjährigen Diagonale des Fous.





Cup Wertungen: Skyrunner World Series und Ultra Trail World Tour

Zumindest die Gewinner stehen fest – denn die Ultra Trail World Tour geht erst Anfang Dezember mit dem Ultra Trail Cape Town 100k zu Ende, und da kann sich noch auf den Rängen etwas verschieben. Nicht aber bei den Siegern.

Hier sind sie, die Champions:

Ultra Trail World Tour:
  • Männer: Francois d’Haene (FRA)
  • Damen: Andrea Huser (SUI)
Und hier findet Ihr die kompletten Ergebnisse der Ultra Trail World Tour für Damen und Herren.


Skyrunner World Series, Kategorie Sky:
  • Männer: Marco de Gasperi (ITA)
  • Damen: Sheila Aviles (ESP)

Skyrunner World Series, Kategorie Ultra:
  • Männer: Luis Alberto Hernando (ESP)
  • Damen: Ragna Debats (NED)

Skyrunner World Series, Kategorie Extreme:

  • Männer: Jonathan Albon (GBR)
  • Damen: Maite Maiora (ESP)

Skyrunner World Series, Overall:
  • Männer: Jonathan Albon (GBR)
  • Damen: Maite Maiora (ESP)
Und hier findet Ihr die kompletten Ergebnisse der Skyrunner World Series für Damen und Herren.







The Run for Colin: Im letzten Trailticker haben wir über den neuen FKT auf dem Appalachian Trail durch Joe „Stingbean“ McConaughy berichtet. Über den Rekord selbst gibt es (noch) keinen Film, wohl aber über seinen erfolgreichen Versuch aus dem Jahr 2014, den supported FKT auf dem Pacific Crest Trail zu brechen.

Why not? Auch dieser Film handelt von Joe McConaughy. Er startete im Frühjahr 2017 an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden bei Golden Ticket Races für den Western States Endurance Run – Gorge Waterfalls 100k und Lake Sonoma 50 Mile. Zwar ist er jeweils ganz knapp an einem WSER Ticket vorbeigeschrammt, konnte diese beiden Läufe jedoch als Vorbereitung für seinen Appalachian Trail FKT nutzen. Dieser Film dokumentiert die beiden Rennen.

CROSSING - Unsupported Pyrenees Traverse: Guillaume Arthus AKA Runnerexplorer reist durch die ganze Welt, läuft interessante Trails in schöner Landschaft und filmt das. Was einmal mit seinem Running Road Trip in den USA angefangen hat, setzt er nun im Rest der Welt fort. Dabei werden immer mal wieder Trailrennen (Barkley, Tor des Geants) eingestreut. Jetzt hat er sich an ein großes Projekt gemacht: Die Pyrennäen von Ost nach West zu durchqueren.

UTWT 2017, Episode 5: Eine neue Folge der Dokus von Events der UTWT Serie – dieses mal: The North Face Lavaredo Ultra Trail und Mozart 100.

Gerade tourt Ethan Newberry AKA Ginger Runner durch die USA und Kanada, um seinen neuen Film vorzustellen: Where Dreams Go to Die – ein Film über die Versuche von Gary Robbins von 2016 und 2017, die Barkley Marathons zu finishen. Wie der Titel schon vermuten lässt: Diese Versuche waren bislang nicht vom Erfolg gekrönt. Von diesem Film über’s Scheitern gibt es bislang einen extended Preview, der Film selbst wird für das europäische Publikum wohl erst nach Ende der Road Show im Winter via Internet zu haben sein.






ZUM ANSCHAUEN: 

18. November 2017: JFK 50 Mile. Nicht erst Michelle Obama machte sich Sorgen um die Fitness ihrer Landsleute. Was viele nicht wissen: John F. Kennedy hatte gleich in seinem ersten Regierungsjahr seinem Land Fitness verordnet. Als Konsequenz daraus entstanden überall in den USA 50 Meilen Läufe. Der JFK 50 Mile ist einer von ihnen. Er wurde 1963 zum ersten mal ausgetragen. Nach der Ermordung von JFK verschwanden die meisten dieser Sport-Events von der Landkarte. Der JFK 50 blieb. Dieses Jahr wird er zum 55. mal stattfinden. Max King, Zach Miller und Jim Walmsley – sie alle haben den JFK 50 schon gewonnen. Eine Strecke für schnelle Jungs, die aber auch Trail laufen können müssen, denn der JFK führt zum Teil über den Appalachian Trail, zum anderen aber auch über Asphaltstraßen. Verfolgen kann man das Rennen live hier.

18./19. November 2017: The North Face Endurance Challenge California, Marine Headlands. Es ist der letzte 50-Meilen Klassiker im Jahr und fand 2007 das erste mal statt. Meist kommen die richtig schnellen Ultra-Trailrunner am Jahresende in die nördlich von San Francisco gelegenen Marine Headlands, in denen es ein ganzes Gewirr aus Pfaden und Wegen entlang der Steilküste gibt. Sie sind das Terrain des NFEC California. Bis zum letzten Jahr wurde das Rennen immer am ersten Samstag im Dezember ausgetragen, jetzt ist man zeitlich etwas nach vorn gerückt und startet das Rennen am gleichen Tag wie der JFK 50. Damit ist es nicht mehr möglich, beide Wettbewerbe zu laufen – allerdings ist der Versuch, in beiden Läufen gut abzuschneiden, bislang meist schiefgegangen. Trotz des veränderten Datums kann man davon ausgehen, dass sich auch dieses Jahr wieder ein hochkarätiges Feld in den Marine Headlands einfindet. Die live Resultate findet man hier, allerdings wird mit Sicherheit iRunfar wie in den vergangenen Jahren einen Livecast anbieten.


ZUM MITLAUFEN: 

Geht noch was? Für diejenigen, die immer noch nicht genug haben, gibt es auch jetzt noch Trailrennen, wenn auch nicht mehr so dicht gesät und meist mit geringerem technischem Anspruch. Aber dennoch laufenswert:

12.11. Platinman: Dieser Lauf hat schon eine sehr wilde Geschichte. Es gab ihn schon einmal – von 1994 bis 2001 wurde er in Bödingen bei Hennef (Sieg) ausgetragen. Er erhielt so viel Zuspruch – wahrscheinlich auch dank der guten und familiären Organisation – dass es den Nichtläufern in dem kleinen Ort reichte: Sie äußerten ob dieses Menschenauflaufs von fast 500 Trailläufern ihren Unmut, das ganze gipfele sogar in Anzeigen. Fazit: Der Platinman wurde nach seiner achten Durchführung 2001 eingestellt. Aber was richtig gut war, das vergisst man nicht so schnell – und so geschah im Jahr 2013 die Wiedergeburt dieses wilden Laufs durch das Triathlon Team Hennef. In diesem Jahr ist er noch wilder: Es geht auf den 28,4km ständig auf und ab, hierbei müssen 863 Höhenmeter überwunden werden bei einer Steigung von bis zu 52%!

18.11. The Real Deal: 120 km, 4400 Höhenmeter. Dieser vom Team Meldeläufer um Michael Frentz organisierte Point-to-Point Lauf führt von Moselkern bis zum Laacher See, der zum Abschluss einmal umrundet wird. Weinberge, Wälder und Burgen prägen diesen Lauf. Unterwegs ist man weitgehend auf sich selbst gestellt – nur 3 Verpflegungsstationen gibt es auf dem Weg, und so sind auch GPS-Gerät und Stirnlampe unabdingbare Ausrüstungsgegenstände. Wenn man es geschafft hat, gibt es 5 ITRA-Punkte – wichtig für diejenigen, die auf Punktejagd für den UTMB sind.

19.11. Trail Uewersauer: 52 km, 2000 Höhenmeter. Wo – verdammtnochmal – ist Uewersauer? Es liegt im Nachbarland Luxemburg. Dort gibt es den Naturpark Obersauer, und durch diesen Naturpark geht es bei diesem Traditions-Herbsttrail, der in diesem Jahr schon zum 15. mal ausgetragen wird. Es geht durch Felder und Wälder, häufig an kleinen Bächen entlang immer auf und ab. Ganze 7 Stunden und 15 Minuten hat man zur Bewältigung dieser Strecke, mehr gibt das im November spärliche Tageslicht nicht her.

24.12. Bärenfels-Heiligabendmarathon: 42,5 km, 800 Höhenmeter. Braucht Ihr noch einen Sack Kartoffeln zum Weihnachtsbraten? Dann nichts wie hin zum Bärenfels-Heiligabendmarathon, der zwischen Nohfelden und Birkenfeld im Hunsrück stattfindet. Auf einem Rundkurs von 8,5km, der fünfmal zu durchlaufen ist, muss man dann nur noch möglichst schnell rennen, denn der Sieger und die Siegerin bekommen einen Sack mit 10 Kilo Kartoffeln. Während andere sich im Weihnachts-Nahkampf zwischen Christbaum und Geschenketisch befinden, zieht es jetzt schon seit Jahren immer eine Gruppe von Läufern und Läuferinnen in das kleine Dorf Hoppstädten-Weiersbach. Dort ist man sozusagen zu Gast bei Familie Feller, denn diese laufverrückte Familie schmeißt beim Bärenfels-Heiligabendmarathon die gesamte Organisation – von der Verpflegung bis zur Zeitnahme. Sollte man mal gemacht haben!





Die FKT-Welle geht weiter …

Beim letzten Trailticker hatten wir vom neuen FKT auf dem Appalachian Trail durch Joe „Stingbean“ McConaughy berichtet. Damit ist nicht genug – der Trend zu FKT-Projekten geht weiter.



Immer höhere Siegprämien beim Trail- und Skyrunning
 
Was hat der Run Rabbit Run 100 mit der Skyrunner World Series gemeinsam? Beide haben gerade angekündigt, dass sie im nächsten Jahr mehr Preisgelder ausschütten. Zwar gibt es immer noch genügend Läufe, bei denen es keine Preisgelder zu gewinnen gibt: Western States, Hardrock, UTMB & co: Hier gibt es maximal eine Medaille, eine Gürtelschnalle oder ein T-Shirt zu gewinnen. Zumindest auf direktem Wege. Indirekt ist der Lohn für einen Sieg oder eine gute Platzierung viel höher: Die Sichtbarkeit in den sozialen Medien, den einschlägigen Journalen und in der Trailrunning-Community steigt – und damit auch der Marktwert bei den Firmen, die Sponsoring betreiben.

Parallel dazu gibt es Rennen und Serien, die Preisgelder ausschütten. Und das nicht zu knapp. Trail- und Ultrarunning ist zwar noch weit von dem entfernt, was z.B. bei den World Marathon Majors an Prämien gezahlt wird. Aber es gibt inzwischen fünfstellige Summen zu gewinnen, zum Beispiel bei der North Face Endurance Challenge, beim Ultra Race of Champions, beim Run Rabbit Run 100 und bei der Skyrunner World Series.

Jetzt haben sowohl der Run Rabbit Run 100 als auch die Skyrunner World Series angekündigt, im nächsten Jahr die Preisgelder deutlich zu erhöhen. So soll der End of Season Bonus Pool bei der Skyrunner World Series von insgesamt 60.000 Euro (2017) auf 100.000 Euro (2019) aufgestockt werden.

Beim Run Rabbit Run 100 wird es ab dem nächsten Jahr nicht nur 65.000 $ Preisgelder für die besten Läufer und Läuferinnen geben, es gibt daneben auch einen mit 100.000 $ dotierten „Rabbit Cup“ für einen 3er Teams.

So erfreulich das für die einzelnen Athleten ist, die bei erfolgreichen Läufen direkt – und nicht nur indirekt über ihre Reputation – gutes Geld verdienen können, so kritisch ist diese Entwicklung zu sehen, da Preisgelder immer auch negative Entwicklungen nach sich ziehen: Stichwort Doping. Denn wenn die immer höheren Preisgelder nicht mit klaren Anti-Doping Maßnahmen flankiert werden, ist dem Betrug Tür und Tor geöffnet. Da reichen keine Kontrollen nach dem Wettkampf, da sind vor allem auch Trainingskontrollen gefordert, und die sind teuer. Wenn beim Trail- und Ultrarunning Dopingfälle wie die von Elisa Desco, Gonzalo Calisto und Petro Mamu die Ausnahme bleiben sollen, dann muss man sich überlegen, ob die Sponsorengelder nicht besser in Anti-Doping Programmen als in immer höheren Siegprämien angelegt wären.



Ultra Trail World Tour kündigt Programm für 2018 an

Mit diesem Video hat UTWT in dieser Woche die Events angekündigt, die im nächsten Jahr zur Tour gehören. Größte Überraschung dabei: Der Grand Raid Reunion AKA Diagonale des Fous wird nicht mehr mit dabei sein.

Es gibt bislang keine Erklärung, warum das so ist. Aber diese Veränderung ist doch sehr verwunderlich, immerhin gehörte die Diagonale in den Vorjahren zu der „Series“ Kategorie, die dem siegreichen Läufer 1000 Punkte bringt. Und in den Vorjahren wurde gerade dort der Saisonsieger bzw. die Saisonsiegerin gekrönt …

Nur eine Straffung des Programms? Das ist kaum zu glauben, so lange Trailruns mit weniger Aufmerksamkeit wie der Ultra-Trail Harricana, die Penyagolosa Trails oder der Cappadocia Ultra Trail immer noch Bestandteil der UTWT bleiben.




Wie schafft man es, auf dem Trail bergauf und bergab wie eine Berggämse oder ein Säbelzahntiger zu laufen? Dieser Frage widmet sich „Trailschnittchen“ Julia Böttger in einem Beitrag  in ihrer Trainingswelt und gibt eine kurze Einführung in die Lauftechnik auf dem Trail. Daneben gibt sie Tips zu Trainingsmethoden, Motivation und Mentalem Training. Auf jeden Fall lesenswert.

Es geht auf die dunkelste Zeit im Jahr zu. Und für die meisten Amateur-Trailrunner heißt das, dass man zumindest an Werktagen im Dunkeln trainieren muss. Für die, die abseits von beleuchteten Straßen laufen, heißt es: Winterzeit ist Stirnlampenzeit. Aber welche Lampe sollte man kaufen, so man noch keine hat? Tobias Bantle vom Blog Sport und Abenteuer stellt in dem Beitrag Die besten Kopflampen aktuelle Stirnlampen unterschiedlichster Hersteller vor, beschreibt Vor- und Nachteile sowie die wichtigsten Kenngrößen. Und er gibt dem Käufer und zukünftigen Nutzer einer Stirnlampe eine kleine Übersicht über die verwendeten Technologien und einen Leitfaden, worauf man beim Kauf achten soll. Sehr nützlich, wenn man Fehlkäufe vermeiden will!




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