TRAILTICKER - September 2017







Ein Bild, das ich zuletzt bei Facebook gesehen habe, hat mir zu denken gegeben. Aufgenommen und ins Netz gestellt hat es Ian Corless, der Fotograf und Moderator von Talk Ultra im Umfeld der Run the Rut Mountain Races in Montana. Da stehen Rob Krar und Hillary Allen – dieses mal jedoch nicht aktiv als Trailrunner, sondern verletzt – Rob Krar nach seiner Knie-OP und Hillary „HillyGoat“ Allen nach dem kapitalen 30 Meter Sturz, den sie beim Tromso Sky Race erleben musste – und bei dem es fast an ein Wunder grenzt, dass sie ihn überhaupt überlebt hat.



In den vergangenen 10 Jahren, in denen ich mich intensiver mit Trail- und Ultrarunning beschäftige, gab es immer wieder Läufer, die aus dem Rampenlicht des Trail- und Ultrarunning-Zirkus plötzlich in den Hintergrund getreten sind, meist aufgrund (chronischer oder nicht heilen wollender) Verletzungen oder Überlastungen durch sehr viel Training und Wettkämpfe. Ich denke da an Geoff Roes, Anton Krupicka und Jamie Donaldson. Aber auch Ellie Greenwood und Rob Krar tun sich nach einigen Top Jahren und nachfolgenden Verletzungen sehr schwer mit einem Comeback. Gerade der Wechsel ins Profi-Lager - verbunden mit der Möglichkeit, noch mehr zu trainieren und noch mehr Wettkämpfe zu laufen - wirkt sich nicht immer positiv aus. Das mussten in den letzten Jahren auch Läufer wie Timmy Olson erfahren.

Aber es sind nicht nur die Überlastungsverletzungen, die Elite-Läufer wie auch Freitzeit-Trailrunner aus dem Wettkampfzirkus verschwinden lassen. Gerade in den letzten Jahren, in denen sich Trailrunning immer mehr in extremes und unwegsames Gelände ausbreitet, gibt es mehr und mehr fatale oder nahezu fatale Unfälle. Da war 2015 der Trainingsunfall von Dave Mackey. Vor einem Jahr machte Mackey durch seine freiwillige Unterschenkelamputation noch einmal Schlagzeilen.  Im letzten Jahr war es der kanadische Ultratrail-Läufer Adam Campbell, der bei einer Tour in den Selkirk Mountains schwer stürzte und mehrere Knochen- und Organverletzungen davon trug. Im Januar zog sich die kanadische Läuferin Stephanie Case schwere innere Verletzungen zu, als sie sich hoch über Courmayeur zwischen Rifugio Bonatti und Rifugio Bertone auf einem Trainingslauf verlief und beim Versuch, den Navigationsfehler zu korrigieren, abstürzte. Und im vergangenen Monat traf es dann HillyGoat beim Tromso Skyrace, dem Lauf, den Kilian Jornet und Emelie Forsberg aus der Taufe gehoben haben.

Es gibt natürlich keine Statistik darüber, aber ich habe den Eindruck, dass sich solche Unfälle häufen. Das mag damit zu tun haben, dass die Grenze zwischen Trailrunning und Mountaineering immer mehr verwischt, verbunden mit einem Anstieg des Verletzungsrisikos. Auch für den Trailrunner außerhalb der Elite verführen Filmchen, die zeigen, wie Weltklasse-Trailrunner steilste Berge runterballern, auch mal zum Nachahmen.

Andererseits steht Trailrunning auch und vor allem für Freiheit. Das kann auch mal so viel Freiheit sein, Dinge zu tun, mit denen man sich letztlich schadet. Dennoch: Jeder Trailrunner möchte gerne so lange wie möglich laufen. Und deshalb ist es sinnvoll, auch mal reinzuhören oder reinzulesen, wenn Sportler aus Überlastungsverletzungen oder Unfällen ihre Lehren ziehen. Zum Beispiel im Interview von Adam Campbell mit Ian Corless von Talk Ultra.

Es heißt: Aus Erfahrung wird man klug. Aber es müssen nicht immer nur die eigenen Erfahrungen sein, die einen klug werden lassen …






In der Zeit August/September mangelt es nicht an Trail-Wettkämpfen. Viele davon haben einen bekannten Namen. Leadville, UTMB, Wasatch Front, Tor des Geants. Allerdings verändert sich gerade sehr viel in der Trailrunning-Landschaft. Zum einen zieht der UTMB als inoffizielle Ultra-Mountain-Trail Weltmeisterschaft viele Eliteläufer an. Das bedeutet aber auch, dass für sie an Wettkämpfe kurz vor oder nach dem UTMB nicht zu denken ist. Außerdem haben bestimmte Läufe an Bedeutung verloren, während andere an Bedeutung gewonnen haben – oft aufgrund der gezahlten Siegprämie. So haben sich z.B. beim Wasatch Front 100 früher technisch versierte Ultraläufer nur so getummelt. Die Liste der Sieger bei diesem Lauf, der schon in die 38. Saison geht, beinhaltet Läufer wie Karl Meltzer, Goeff Roes, Kyle Skaggs, Nick Clark und Jeff Browning sowie Läuferinnen wie Ann Trason, Darcy Piceu, Betsy Nye und Bethany Lewis.  Dann begann der um etwa die gleiche Zeit ausgetragene Run Rabbit Run eines der höchsten Preisgelder auszuloben, das es bei Ultratrail-Wettkämpfen gibt (12500 $ für Gewinner bzw. Gewinnerin), und prompt verschob sich das Interesse. Daher sieht man gerade bei den Läufen in dieser Zeitspanne eine Fokussierung der Elite auf UTMB und RRR, bei den anderen Rennen siegen oft weniger bekannte Läufer und Läuferinnen. 


Leadville 100

Die Schwierigkeit dieses Laufs sind nicht so sehr die Höhenunterschiede, sondern die absolute Höhe. Der höchste Punkt, Hope Pass, der zweimal überquert werden muss, liegt auf 3850 m. In den letzten Jahren hat hier Ian Sharman, der in Kanada lebende Brite, fast alles abgeräumt, was es zu gewinnen gab. Als „Mr. Consistency“ kennt man ihn auch beim Western States, wo er bei jeder seiner 8 Teilnahmen in den Top 10 gelandet ist. Und beim Leadville Trail 100 hatte er 3 von 4 Rennen gewonnen, nur 2014 schnappten ihm Rob Krar und Mike Aish die Plätze 1 und 2 vor der Nase weg – da landete er auf Platz 3. Er ist für eine sehr disziplinierte Renntaktik bekannt – vor ihm sind schon einige Läufer „verbrannt“, die zu schnell angegangen sind, darunter in den Vorjahren Mike Aish und Max King. 

In diesem Jahr war es nicht leicht für Sharman. Dass sich am Anfang Anthony Kunkel (USA) an die Spitze setzte, machte ihm noch relativ wenig aus – das kannte er ja aus den Vorjahren. Und auch in diesem Jahr lohnte sich seine Geduld, denn Kunkel musste bei Meile 70 (Half Pipe Aid Station) das Rennen aufgeben. Mittlerweile ging es aber Sharman unerwartet schlecht. Er hatte sich kurz nach dem Umkehrpunkt dieser Out-and-back Strecke bei Winfield verlaufen. Hinzu kam starke Übelkeit. Aber er zeigte, dass er auch mit suboptimalen Bedingungen klarkommt und gewann deutlich mit fast einer Stunde Vorsprung vor David Teirny.

Bei den Frauen starteten unter anderem Devon Yanko und Camille Herron (beide USA). Letztere scheint sich immer mehr zum weiblichen Analogon zu Jim Walmsley zu entwickeln – nicht nur beim Western States war sie losgestürmt, um dann sehr schnell das Rennen aufgeben zu müssen, auch hier lief sie über die ersten Anstiege zusammen mit den führenden Männern! Dann war aber schon sehr früh Schluss, und zwar bei Meile 40 (Twin Lakes Aid Station). Den ersten Übergang über Hope Pass führte dann Simona Morbelli (USA) an, die jedoch auf dem Rückweg über Hope Pass von Devon Yanko überholt werden konnte. Während diese ihren Sieg sicher ins Ziel brachte, ging es zwischen Platz 2 und 3 auf der Strecke zurück nach Leadville immer wieder hin und her, schließlich setzte sich Simona Morbelli vor Christy Burns (USA) durch.

Das Podium:
  1. Devon Yanko USA 20:46
  2. Simona Morbelli USA 21:16
  3. Christy Burns USA 21:43
  1. Ian Sharman GBR 17:34
  2. David Teirney USA 18:32
  3. Michael Hewitt USA 18:59
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier



UTMB

In den Wochen vor dem UTMB hatte man viel spekuliert, wer in diesem hochrangig besetzten Feld aufs Podium würde springen können. Da gab es sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen eine Leistungsdichte wie sonst nie beim Ultratrail. 

So verbringen Eliteläufer die letzten Minuten vor dem Start: Während Francois d'Haene, Pau Capell, Jim Walmsley 
und Dylan Bowman andächtig den Startschuss erwarten, nestelt Caroline Chaverot noch nervös an ihren Stöcken herum, 
Andy Symonds sieht ihr dabei neugierig zu ... und Kilian Jornet schaut sich die Selfies an, 
die er vorher mit den anderen Athleten geschossen hat ...


Wie cool ist das denn? Kilian filmt den Start mit seinem Handy ...

Und dann war doch alles sehr klar. Schon früh setzte sich eine Vierergruppe aus Kilian Jornet, Francois d’Haene, Xavier Thevenard und Jim Walmsley von den Verfolgern ab. Den Anfangsspurt von Walmsley gab es dieses mal nicht, da hatte er sich besser im Zaum als bei den beiden anderen 100 Meilern, die er zuvor gelaufen, aber nicht gefinisht hatte. Auch wenn er immer wieder alleine an der Spitze erschien, spätestens bei den Verpflegungspunkten holten ihn Francois d’Haene und Kilian Jornet wieder ein. Denn vor allem d’Haene ist ein Meister der kurzen Verweilzeit in den Aid Stations. Am Col du Bonhomme verlor dann Thevenard den Anschluss. Und nach Courmayeur beim Aufstieg zum Rifugio Bertone war es dann Kilian Jornet, der zurückfiel. Zunächst sah alles nach einem Zweikampf zwischen d’Haene und Walmsley aus – doch dieser bekam auf dem Downhill vom Col Ferret nach La Fouly zunehmend Magenprobleme. Wieder einmal Probleme an der 100km-Grenze, wie auch schon beim Western States. Auch dieses mal das Aus? Während er eine Viertelstunde im Verpflegungszelt in La Fouly versuchte, etwas zu sich zu nehmen, lief Kilian Jornet durch das Zelt und war weg. In der nächsten Station in Champex Lac brauchte Walmsley dann nochmal 20 Minuten, hier stürmte Tim Tollefson (USA) vorbei, der wie im letzten Jahr in der ersten Hälfte des Rennens verhalten begonnen und sich nur im erweiterten Kreis der Verfolger aufgehalten hatte – und jetzt eine ganz starke zweite Hälfte lief. Noch schlimmer: Im nächsten Teilabschnitt überholten ihn dann auch Xavier Thevenard, Pau Capell und  Dylan Bowman  - und Zach Miller kam bedrohlich nah. Die beiden ersten des Laufs waren aber ungefährdet, und so kam Francois d’Haene mit 15 Minuten Vorsprung auf Kilian Jornet im Ziel an – Jornet hatte ihn an keiner Stelle des Rennens gefährden können, und auch im Ziel wirkte d'Haene deutlich frischer als Jornet. Dies mag vielleicht auch daran liegen, dass d’Haenes Rennkalender aufgrund eines Sturzes im Frühsommer im Vorfeld des UTMB sehr viel leerer war als der von Jornet. Dritter wurde mit 40 Minuten Rückstand auf Jornet Tim Tollefson – genau wie im letzten Jahr. In der Verfolgergruppe erholte sich Walmsley zunehmend und konnte diejenigen, die ihn nach Champex Lac überholt hatten, wieder einholen. Nur Xavier Thevenard konnte sich ihm letztlich erwehren und kam als Vierter ins Ziel, Walmsley wurde Fünfter.

Auch bei den Frauen war aufgrund der großen Zahl von guten Läuferinnen mit einem engen Ausgangs des Rennens gerechnet worden. Doch dann gab es zunächst mal das große Favoritensterben: Caroline Chaverot musste mit gesundheitlichen Problemen aufgeben – da war wohl das harte Rennen beim Hardrock 100 noch nicht ganz verdaut. Das amerikanische Quartett bestehend aus Magda Boulet, Stephanie Howe-Violett, Kaci Lickteig und Amanda Basham (die ersten drei waren ja immerhin schon Siegerinnen des Western States) kam nicht richtig in Tritt. Und Andrea Huser, die Vorjahreszweite, hatte in der Nacht vor dem Rennen kein Auge zugemacht und war schon müde an den Start gegangen – entsprechend schlecht lief es bei ihr, als es in die nächste Nacht ging. Nur Nuria Picas, die im Frühjahr noch bei einem Besteigungsversuch des Makalu mit einer Lungenentzündung aus dem Basislager hatte evakuiert werden müssen, lief allen anderen davon.

Schnitt - Courmayeur. Andrea Huser hatte sich gut durch die Nacht und an allen anderen Läuferinnen vorbeigekämpft. An allen bis auf Nuria Picas. Die lag mit einem Vorsprung von ca. 45 Minuten vorn, und diesen Vorsprung hielt sie auch bis Champex Lac konstant. Dritte – fast eine Stunde hinter Huser – war die Französin Christelle Bard, die im Vorjahr Dritte beim CCC geworden war. Das Rennen schien also gelaufen.

War es aber nicht. Denn Nuria Picas bekam zum Ende hin, beim Abstieg vom Col Montet plötzlich heftige Probleme mit ihrer Atmung. Vielleicht ein Relikt ihrer Lungenentzündung? Jedenfalls konnte sie große Stücke nur noch gehen, während Andrea Huser immer stärker von hinten kam. Am Ende rettete sie noch 2 Minuten Vorsprung ins Ziel. Andrea Huser sagte später im Interview, dass sie Nuria Picas unter diesen Umständen nicht überholt hätte, sondern mit ihr ins Ziel gelaufen wäre. Das hatte sie sich schon überlegt, als sie von Zuschauern die Nachrichten bekam, dass es Nuria Picas sehr schlecht ging. Dritte wurde schließlich mit 50 Minuten Rückstand Christelle Bard. 

Interessant war aber auch zu sehen, was das Amerikanische Quartett machte – oder zumindest das Trio aus Boulet, Lickteig und Basham. Jede einzelne stand in der Zweiten Rennhälfte kurz vor der Aufgabe. Dann schlossen sich aber zusammen und liefen – quasi als Mannschaftsbus – gemeinsam über die Ziellinie ... auf den Plätzen 17-19. Lisa Mehl landete als beste Deutsche auf Platz 29.

Das Podium:
  1. Nuria Picas (ESP) 25:46
  2. Andrea Huser (SUI) 25:49
  3. Christelle Bard (FRA) 26:39
  1. Francois d’Haene (FRA) 19:01 (zählt nicht als neuer Kursrekord wg. verkürztem Kurs)
  2. Kilian Jornet (ESP) 19:16
  3. Tim Tollefson (USA) 19:53
Die kompletten Ergebnisse – auch die der anderen Wettkämpfe (CCC, TDS, OCC und PTL) -  findet Ihr hier


Zwei Ausnahmeathleten: Francois d'Haene (Platz 1) und Kilian Jornet (Platz 2). 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Jan Nyka Photography.



Transalpine Run

Nein, es waren keine einfachen Verhältnisse, die beim diesjährigen Transalpine Run herrschten. Regen, Nebel und Schnee machten den Läufern und Läuferinnen das Leben schwer in diesem sowieso sehr komplexen Format (7 Etappen, die als Läuferpaare zu bewältigen sind).

Gleich am ersten Tag begann das Favoritensterben. Eigentlich hatte man die beiden Männerteams Salomon Austria (Thomas Farbmacher / Peter Fankhauser) und Salomon / Dynafit Deutschland (Stephan Hugenschmidt / Matthias Dippacher) ganz vorn erwartet. Aber es kam ganz anders. Das österreichische Team musste sogar auf Platz 7 liegend aufgeben, das deutsche kam mit deutlichem Abstand von über ½ Stunde ins Ziel und lag auf Platz 14. Hinter den Überraschungssiegern des Teams Aktiv Laufen (Sebastian Hallmann / Ralf Birchmeier) kam das Team Adidas Terrex Gore-Tex (Benjamin Bublak / Christoph Lauterbach) auf Platz 2. Letztere übernahmen mit einer sehr guten Leistung an Tag 2 die Führung, und an Tag 3 zogen Hugenschmidt / Dippacher auf Platz 2 nach.

Diese Platzierungen blieben bis zum letzten Tag bestehen, an dem der Transalpine in Sulden am Ortler endete. Auf Platz 3 schoben sich noch Team Östersport Adelboden (Adrian Zurbrügg / Jonathan Schmid) vor.

Bei den Frauen dominierte ein Team ganz eindeutig mit Siegen von Tag 1 bis 7: Das schwedische Zwillingspaar Sanna und Lina El Kott Helander (Merrell Gore-Tex Team). Im Ziel in Sulden hatten sie somit über 3 ½ Stunden Vorsprung vor den Zweitplatzierten.

Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.



Run Rabbit Run 100

In diesem Jahr waren es vergleichsweise wenige „große Namen“, die man im Starterfeld des Run Rabbit Run fand – verwunderlich, da es der 100 Meilen Ultratrail mit den höchsten Siegerprämien ist. Auch gegenüber Siegprämien von 12500$ schien die Attraktivität des UTMB größer zu sein.

Das Starterfeld bei den Frauen war allerdings recht gut besetzt mit Emma Roca (ESP), Kerrie Bruxvoort, Michele Yates, Maggie Guterl und Denise Bourassa (alle USA). Dazu kam Courtney Dauwalter, die ein unglaublich starkes letztes Jahr hatte mit dem Sieg beim Run Rabbit Run 2016 und mit Overall (=Männer und Frauen) Siegen beim Desert Solstice in Phoenix und Javelina Jundred. Zunächst führte Michele Yates das Frauenrennen an, doch dann musste sie mit Schmerzen aufgeben, die wohl noch von ihrer Hüftverletzung und -Operation herrühren. Dies machte den Weg frei für die bis dahin Zweite – Courtney Dauwalter.

Dauwalter lag lange Zeit sogar auf Kurs für eine neue Bestzeit. Dann – 11 Meilen vor Ende des Rennens – bemerkte sie eine deutliche Verschlechterung ihres Sehvermögens. Sie konnte alles nur noch verschwommen und schemenhaft wahrnehmen. Und wie bei einem Trailrennen zu erwarten, ist es nicht einfach, sich mehr tastend als sehend durch den Rest des Kurses zu bewegen. Daher machte sie auch mehrfach Kontakt mit dem Boden. Und das wiederum brachte ihr eine heftig blutende Kopfwunde bei. Trotz dieser Widrigkeiten erreichte sie das Ziel und hatte dort einen Vorsprung von fast zwei Stunden auf die Zweitplatzierte Emma Roca.

Die vorübergehende Blindheit, die Courtney Dauwalter durchmachen musste, ist übrigens bei Ultra-Veranstaltungen nicht ganz so selten. So musste etwa im letzten Jahr bei der gleichen Veranstaltung ein Läufer sich den Weg ins Ziel eher ertasten, und es gibt eine Studie im Umfeld des Western States, die sich mit dem Auftreten dieses bislang noch unerklärten Phänomens beschäftigt.

Bei den Männern musste der Vorjahresgewinner Alex Nichols schon früh aus dem Rennen aussteigen. Und so war es schließlich ein relativ unbekannter Läufer, der 33 jährige Jim Rebenack, der sich gegen höher gehandelte Läufer wie den Dritten des diesjährigen Western States, Mark Hammond (Platz 2), Devon Olson (Platz 4), Jesse Haynes (Platz 6), Bob Shebest (Platz 7) und Karl Meltzer (Platz 9) durchsetzte und die 12500 Dollar mit nach Hause nahm.

Der Run Rabbit Run wird sich im übrigens in Zukunft noch mehr den Preisgeldern verschreiben, denn für 2018 ist neben dem individuellen RRR Race ein „Rabbit Cup“ angekündigt, bei dem 10 Mannschaften á 3 Läufer/Läuferinnen starten – deren Zeiten dann pro Mannschaft addiert werden.  Das Preisgeld für die beste Mannschaft (50000 Dollar) ist ein ordentlicher Batzen. Wie das den Sport beeinflussen wird und ob das den Athlethensog des UTMB bremsen kann, wird man sehen müssen.  

Das Podium:
  1. Courtney Dauwater USA 20:38
  2. Emma Roca ESP 22:31
  3. Becky Kirschenmann USA 22:34
  1. Jim Rebenack USA 18:44
  2. Mark Hammond USA 18:53
  3. Charlie Ware USA 19:35
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.



Glencoe Skyline

Oops, they did it again! Nach den jeweils zweiten Plätzen zwei Wochen zuvor für Kilian Jornet beim UTMB und für Emelie Forsberg beim OCC räumte dieses Traumpaar des Trailrunning – oder sollte man sagen: das Duo Infernale? – beim Glencoe Skyline Race alles ab, was es zu gewinnen gab. Das bedeutet: Sie gewannen nicht nur jeweils dieses zur Sky Extreme Wertung der Skyrunner World Series gehörende Rennen, sondern sie setzten auch neue Bestzeiten. Ähnlich dominant waren die beiden zuletzt, als sie 2015 am Mount Marathon (Alaska) mit jeweiligen Kursrekorden gewannen. Doch das war vor Kilians Everest-Eskapaden und vor Emelies Kreuzbandriss 2016. Jetzt haben sie einmal mehr gezeigt: Sie sind zurück!

Das Läuferfeld war hochkarätig besetzt – bei den Damen war neben Emelie Forsberg auch die amerikanische Berglauf-Spezialistin Megan Kimmel sowie die Niederländerin und Führende in der Sky Ultra Wertung Ragna Debats mit von der Partie. Emelie Forsberg konnte sich von ihren Verfolgerinnen erst am letzten Berg, dem Aonach Eagach absetzen. Sie lief dann aber noch einen beeindruckdenden Vorsprung von über 20 Minuten auf Megan Kimmel heraus, hinter der Ragna Debats als Dritte ins Ziel kam.

Auch bei den Männern fiel die Entscheidung erst am Aonach Eagach. Hier konnte sich Kilian Jornet etwas vom Vorjahressieger Jonathan Albon absetzen. Albon blieb  ihm aber recht dicht auf den Fersen. Die anderen Läufer, auch der mit favorisierte US-Amerikaner Max King, hatten mit dem Ausgang des Rennens an der Spitze nichts zu tun.

Gesamtsiegerin im Skyrunning Extreme Cup ist damit die Spanierin Maite Maiora – ihr reichten die Siege in den ersten beiden Rennen dieser Serie für den Gesamtgewinn aus. Bei den Männern geht die Wertung an Jonathan Albon, der neben dem zweiten Platz beim Glencoe Skyrace das Tromso Skyrace gewonnen hatte. 

Das Podium:
  1. Emelie Forsberg SWE 7:53:21
  2. Megan Kimmel USA 8:14:37
  3. Ragna Debats NED 8:23:04
  1. Kilian Jornet ESP 6:25:40
  2. Jonathan Albon GBR 6:31:37
  3. Bhim Gurung NEP 6:56:16
Die kompletten Ergebnisse findet Ihr hier.

Emelie Forsberg und Kilian Jornet gewinnen das Glencoe Skyline Race
mit einem neuen Kursrekord. 

Foto mit freundlicher Genehmigung von Guillem Casanova.






Der Sommer ist zwar nicht gerade die Filmsaison, dafür aber die Saison der großen Ultratrail-Rennen. Daher kommen jetzt – quasi als „Nachverarbeitung“ der Rennen im Früh- und Hochsommer die ersten Filme über Athleten und Veranstaltungen raus.

Dedicate – 100 Miles out West: Ein kleiner Film von der Brausefirma Red Bull, der den Weg von Ryan Sandes zum Western States Endurance Run 2017 und zu seinem Sieg dort zeigt.

The Gathering – Hardrock 100: Zwei längere Filme hat Billy Yang in diesem Jahr schon veröffentlicht – zusätzlich zu diversen Kurzfilmen und VLOG-ähnlichen Dokumentationen in der Reihe “The Window Seat”. Dieser Film hier ist ein sehr untypischer Billy Yang Film. Während er eigentlich als Meister des Story-Telling bekannt ist, ist das hier eine sehr reduzierte Dokumentation über die Atmosphäre des Laufs, bei dem natürlich auch die Läufer verfolgt werden. Und dennoch: sehr gut gemacht und absolut sehenswert!

Route 66: Quasi ein Road-Movie, diese Dokumentation über den Lauf von Max King entlang der Route 66 aus der Filmreihe von Salomon TV.

Women Who Fly: Es sind nicht die glatten Vorzeige-Elite-Athleten, die HOKA in seiner neuen Kurzportrait-Reihe zeigt, sondern Frauen mit einigen Besonderheiten und Brüchen in ihrer Biographie. Gerade das macht diese kleine Filmreihe interessant:
  1. Catra Corbet
  2. Devon Yanko
  3. Shirin Gerami

Life on the Fells: Kennt jemand Adam Briggs? Nein? Der steht auch nicht in Bestenlisten irgendwelcher Ultraläufe. Aber er hat eine ganz besondere Geschichte. Aufgewachsen mit einem angeborenen Herzfehler musste er mit seinen 34 Jahren schon mehr als 60 Operationen über sich ergehen lassen. Darunter auch eine Herztransplantation. All das hat ihn nicht davon abgehalten, sich auf der legendären Bob Graham Round im nordenglischen Lake District zu versuchen. Rund 100 km mit einer Höhendifferenz von ca. 9000 m. Und das am Jahrestag seiner Herztransplantation. Der Film ist nicht ganz neu und hat im letzten Jahr ziemlich viele Preise bei Filmfestivals abgeräumt. Aber es gibt ja immer noch Läufer, die diesem Film noch nicht begegnet sind …

The Bob Graham Round – Running the Fells with Friends: Während bei “Life on the Fells” die Person im Mittelpunkt steht, die die Bob Graham Round bewältigen will, geht es in diesem Film von Tony Holt um das Projekt Bob Graham Round selbst und die Rolle, die seine Freunde als Crews und Unterstützer dabei spielen.






ZUM ANSCHAUEN

Nach dem UTMB, bei dem man quasi im Bett liegend jedes Rennen im Netz verfolgen konnte, verlangen die jetzt noch anstehenden Rennen sehr viel mehr Kreativität, um online an die aktuellen Ergebnislisten zu kommen. Dabei sind die Rennen im Herbst sehr interessant, da sowohl die SkyRunning-Race-Serien als auch die Ultra Trail World Tour kurz vor dem Abschluss stehen und die Elite daher nochmal bei den letzten Rennen kräftig Punkte sammeln will.

24. September 2017: Ultra Pirineu. Der Lauf im Herzen der Pyrenäen im Parc Natural del Cadí Moixeró. Der Ultra mit 110 km Länge und 6800 Höhenmetern ist dabei Schlusspunkt der Skyrunner World Series der Kategorie Ultra. Hier führen derzeit Luis Alberto Hernando (ESP) und Ragna Debats (NED) die Wertung an. Beim Ultra Pirineu wurde im letzten Jahr ein Live Tracking via Racelivetrack angeboten. Ob das in diesem Jahr wieder so sein wird, ist derzeit noch nicht bekanntgegeben. AKTUALISIERUNG: Ultra Pirineu kann man hier über livetrail.net verfolgen.

14. Oktober 2017: Limone Extreme. Dieser Lauf am Westufer des Gardasees ist der Schlusspunkt der Skyrunner World Series der Kategorie Sky Classic. Hier müssen auf 27.3 km fast 2500 Höhenmeter erklommen und wieder vernichtet werden. Live-Ergebnisse vermutlich über die Homepage des Veranstalters sowie über Twitter.

19.-22. Oktober 2017: Grand Raid Reunion – Diagonale des Fous. In den vergangenen Jahren bildete dieser Lauf den Abschluss der Ultra Trail World Tour. Seit 2017 wurde diese deutlich erweitert, nun folgen auf den Grand Raid noch drei weitere Rennen, allerdings alle in der Kategorie „Challenger“, die deutlich weniger Punkte einbringen. Man kann daher erwarten, dass alle Eliteathleten, denen die UTWT-Wertung wichtig ist und denen die extrem schwierige und technische Strecke des Grand Raid liegt, sich auf den Weg nach La Reunion im Pazifischen Ozean machen. Ich selbst konnte vor 2 Jahren bei einem Urlaubsaufenthalt auf der Insel ein paar Teilstücke der Diagonale der Verrückten ablaufen, und ich kann sagen: Hammerhart – aber landschaftlich großartig. Seitdem klebe ich vor dem Internet, wenn das Rennen ausgetragen wird. In diesem Jahr wird bei den Männern der Titelverteidiger (Francois d’Haene) fehlen, dennoch gibt es ein starkes Feld, das sich Hoffnung auf einen der vorderen Plätze machen kann:  Antoine Guillon (F), Sieger 2015 und Zweiter 2016; Sebastien Camus (F), Zweiter 2015; Xavier Thevenard (F, Sieger UTMB 2015, hat auch alle Schwesterrennen des UTMB gewonnen, Teilnahme nicht bestätigt); Ludovic Pommeret (F, Sieger UTMB 2016); Julien Chorier (F); Urs Jenzer (CH); Diego Pazos (CH); Miguel Heras (ESP, Teilnahme nicht bestätigt); Jordi Gamito Baus (ESP, Teilnahme nicht bestätigt); Jim Walmsley (USA, Teilnahme nicht bestätigt); Seth Swanson (USA, 2014 und 2015 Zweiter beim Western States). Bei den Frauen ist das Elitefeld erwartungsgemäß deutlich dünner, umfasst aber mit der Vorjahressiegerin Andrea Huser (CH), Emilie Lecomte (F), Fernanda Maciel (ESP), Beth Pascall (GB) und Liza Howard (USA) einige High-Potentials. Live-Ergebnisse über die Homepage des Veranstalters sowie über Twitter.



ZUM MITLAUFEN

Habt Ihr Euch im Hochsommer noch nicht ausgepowert? Lauft Ihr lieber, wenn es etwas kühler wird? Dann habt Ihr Euch sicher bei einem der in diesem Jahr noch verbleibenden Trailläufe angemeldet. Wenn nicht – und falls Ihr noch Lust auf ein paar Trails und einen Wettkampf habt: Bei den folgenden Läufen gibt es immer noch freie Startplätze.

6.-8.10. Kaisermarathon / Tour de Tirol: Kaisermarathon 42km mit 2350 Höhenmetern. Eigentlich nicht nur ein Lauf, sondern ein ganzes Laufwochenende, denn am Freitag gibt es zusätzlich den Söller Zehner (10km, 255 HM) und sonntags der Pölven Trail (23 km, 1240 HM). Man kann alle Läufe für die Gesamtwertung laufen, oder auch nur einen von ihnen. Diese Veranstaltung gibt es seit 2010, hat sich aber hinsichtlich Streckenlänge und Austragungsort immer mal wieder geändert, seit 2014 ist sie aber in diesem Format unverändert.

7./8.10 Black Forest Trailrun Masters: Tag 1: Black Forest Trailrun: 58,4 km mit 2220 Höhenmeter, Tag 2: Panoramatrail 35,3 km, 1850 Höhenmeter.  Nach einer Wechselvollen Geschichte und einem „Ausflug“ zu den Trail Maniaks ist die Veranstaltung wieder in heimischen Händen. Die Läufe am Samstag und Sonntag können entweder separat oder beide zusammen gelaufen werden (dann wird man in der „Masters“-Kategorie geführt). Alternativ kann man am Sonntag auch den Black Forest Petit Trail laufen (16,5 km, 850 Höhenmeter).

21./22.10. Transruinaulta/Transviamala: 42 km, 1800 Höhenmeter/19 km, +950/-620 Höhenmeter. Auch hier hat man die Möglichkeit, entweder nur einen der beiden Läufe oder beide nacheinander zu laufen. Beide Strecken verlaufen durch die landschaftlich einmaligen Graubündner Rheinschluchten – die Vorder- und die Hinterrheinschlucht. Der Transviamala stand zudem schon häufig ganz oben bei der Wertung „schönster Lauf der Schweiz“.

29.10. Saarschleife Trail: 61 km, 2000 Höhenmeter.  „Hauptsach gudd gess“ sagt man im Saarland – hier könne man auch sagen: „Hauptsach gudd gerennt“. Am letzten Wochenende des Oktobers gibt es seit 2016 einen Trail-Ultra am Wahrzeichen des Saarlandes: Der Saarschleife. Die erste Ausgabe schien zwar das Organisationsteam an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht zu haben, hat aber von den Teilnehmern sehr gute Kritiken bekommen – und so gibt es auf jeden Fall eine zweite Auflage. Wer es nicht so weit haben will, für den gibt es auch einen Middle-Trail mit 31km und 1000 Höhenmetern, einen Short-Trail mit 15km und 540 Höhenmetern und einen Fun-Trail mit 8,5km und 290 Höhenmetern. Lohnt sich bestimmt!

12.11. Platinman: Dieser Lauf hat schon eine sehr wilde Geschichte. Es gab ihn schon einmal – von 1994 bis 2001 wurde er in Bödingen bei Hennef (Sieg) ausgetragen. Mit so viel Zuspruch – wahrscheinlich auch dank der guten und familiären Organisation – dass es den Nichtläufern in dem kleinen Ort reichte: Sie äußerten ob dieses Menschenauflaufs von fast 500 Trailläufern ihren Unmut, das ganze gipfelte sogar in Anzeigen. Fazit: Er wurde nach seiner achten Durchführung 2001 eingestellt. Aber was richtig gut war, das vergisst man nicht so schnell – und so geschah im Jahr 2013 die Wiedergeburt dieses wilden Laufs durch das Triathlon Team Hennef. In diesem Jahr ist er noch wilder: Es geht auf den 28,4 km ständig auf und ab, hierbei müssen 863 Höhenmeter überwunden werden bei einer Steigung von bis zu 52%!

18.11. The Real Deal: 120 km, 4400 Höhenmeter.  Dieser vom Team Meldeläufer um Michael Frenz organisierte Point-to-Point Lauf führt von Moselkern bis zum Laacher See, der zum Abschluss einmal umrundet wird. Weinberge, Wälder und Burgen prägen diesen Lauf. Unterwegs ist man sehr auf sich selbst gestellt – nur 3 Verpflegungsstationen gibt es auf dem Weg, und so sind auch GPS-Gerät und Stirnlampe unabdingbare Ausrüstungsgegenstände. Wenn man es geschafft hat, gibt es 5 ITRA-Punkte – wichtig für diejenigen, die auf Punktejagd für den UTMB sind.

19.11. Trail Uewersauer: 52 km, 2000 Höhenmeter. Wo – verdammtnochmal – ist Uewersauer? Es liegt im Nachbarland Luxemburg. Dort gibt es den Naturpark Obersauer, und durch diesen Naturpark geht es bei diesem Traditions-Herbsttrail, der in diesem Jahr schon zum 15. mal ausgetragen wird. Es geht durch Felder und Wälder, häufig an kleinen Bächen entlang immer auf- und ab. Ganze 7 Stunden und 15 Minuten hat man zur Bewältigung dieser Strecke, mehr gibt das im November spärliche Tageslicht nicht her.






Im Ultratrail-Running breitet sich seit geraumer Zeit ein neuer Virus aus: Der FKT Virus! FKT steht für Fastest Known Time und bezeichnet ein Vorhaben, auf einer festgelegten Strecke die schnellste bislang aufgezeichnete Zeit zu laufen. Dabei spielt die Aufzeichnung eine große Rolle, und in den Zeiten von Strava&co fällt das natürlich leicht.

Vor wenigen Tagen machte ein neuer FKT seine Runde: Der FKT von Karl Meltzer von 2016 auf dem Appalachian Trail wurde gebrochen. Dabei war die mediale Aufmerksamkeit außerordentlich gering – viel geringer als bei Scott Jurek 2015 oder Karl Meltzer 2016. Wohl auch, weil hinter Joe „Stringbean“ McConaughy keine großen Sponsoren stehen. Er hat auch – anders als Jurek und Meltzer – seine Laufkarriere noch nicht hinter sich – sie liegt noch vor ihm. Obwohl er gerade in diesem Jahr auch im Ultratrail aufgefallen ist – als Fünfter beim Gorge Waterfalls und als Sechster bei dem sehr kompetitiv besetzten Lake Sonoma 50  (hierzu gibt es auch diesen Film) – hier waren ja Sage Canaday, Dakota Jones und Chris Mocko am Start und landeten später auf den Plätzen 1-3. Beide Rennen waren Qualifikationsrennen (Golden Ticket Races) für den Western States 2017. McConaughy schaffte die Qualifikation nicht … dafür ging’s dann auf den Appalachian Trail. Den Kursrekord setzte er dann in eindruckvoller Weise – denn er lief den Trail nicht „supported“ – also mit logistischer Unterstützung eines Begleiteteams – sondern wie die meisten der AT-Hiker „unsupported“. Joe McConaughy stand 45 Tage, 12 Stunden und 15 Minuten nach seinem Start an Springer Mountain in Georgia auf dem Mount Kathadin in Maine. Das war über 10 Stunden schneller als der „supported“ Rekord von Karl Meltzer (den er zudem in der „einfacheren“ Nord-Süd-Richtung aufgestellt hatte) und über 8 Tage schneller als der „unsupported“ Rekord von Dan „Knotts“ Binde, den dieser erst dieses Jahr aufgestellt hat. McConaughy ist übrigens auch in der FKT-Szene kein Neuer: Er hält auch den „supported“ FKT auf dem Pacific Crest Trail (aufgestellt 2014).

Nach seinem Sieg beim UTMB hat außerdem Francois d’Haene einen FKT-Versuch auf dem John Muir Trail in der High Sierra in Kalifornien angekündigt. Hinsichtlich des Beginns dieses Rekordversuchs hat er sich schon festgelegt: Es soll am 14. Oktober losgehen. Das verwundert etwas, da solche Rekordversuche ja gerne etwas unter der Decke gehalten werden, um nicht zu viele – häufig störende – Beobachter auf die Strecke zu locken. Für alle, die diesen Versuch im Netz beobachten und vergleichen wollen: Der bisherige FKT auf dem JMT (supported) steht bei 3 Tagen, 7 Stunden und 36 Minuten von Whitney Portal aus und wird von Leor Pantilat gehalten.

Auch Kilian Jornet will wohl einen FKT-Versuch machen. Oder besser: Einen FKT hat er nicht angekündigt, aber man kann sich nicht vorstellen, dass er eines seiner Projekte nur so als Spaziergang macht. Bei einem Interview anlässlich des Glencoe Skyrace kündigte er an, dass er nach dem Ultra Pirineu die Bob Graham Round in Angriff nehmen will. Genauer hat er sich nicht festgelegt – hier gilt es ja auch das Wetter zu beobachten. Der bisherige FKT für die „originale“ Bob Graham Round (42 Gipfel, zu bewältigen in maximal 24 Stunden) stammt noch aus dem Jahr 1982 und wird von Billy Bland gehalten (13 Stunden, 53 Minuten).






Viele von Euch haben im Frühsommer oder Hochsommer ihren Hauptwettkampf absolviert, vielleicht kommt für den einen oder anderen noch der eine oder andere Wettkampf im Spätjahr dazu. Prinzipiell könnte man inzwischen das ganze Jahr über laufen – der Rennkalender gibt das her – aber sinnvoll ist das sicher nicht.

Bryon Powell von irunfar macht sich deshalb in einem aktuellen Beitrag Gedanken über das Hinübergleiten aus der Laufsaison in die Off-Season (seltsamerweise haben wir im Deutschen gar keinen Begriff für „off season“). Hier geht es nicht nur um Ruhe, sondern auch darum, wie man diese Zeit nutzen kann, um sich gezielt auf die kommende Saison vorzubereiten – sei es durch Crosstraining, durch unterstützendes Kraft- und Beweglichkeitstraining oder durch die schiere Saisonplanung. Gute Gedanken und gute Links.

Hier ist der Artikel. 




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