TRAILTICKER - August 2017

Die wohl beeindruckenste Leistung im Juli: Kilian Jornet
gewinnt den Hardrock 100 trotz ausgekugelter Schulter.
(Foto mit freundlicher Genehmigung von irunfar.com/Bryon Powell)




Es wird schon viel gejammert in unserem Sport. Vor allem im hinteren Teil des Feldes bei Trailrunning-Veranstaltungen wird immer mal wieder über die ziehende Sehne, die harte Muskulatur oder über das obligatorische Läuferknie geklagt. Da ist es umso verwunderlicher, dass im Juli drei Läufer/Läuferinnen ganz oben auf dem Siegertreppchen gelandet sind, die eigentlich allen Grund zum Jammern, wenn nicht sogar zu einem DNF gehabt hätten – aber sie sind weitergelaufen, und das mit unglaublichem Erfolg.

Angefangen mit Anton Philipp: Der stürzt beim Stubai Ultratrail blöd auf die Hand, beendet aber mit einigen Pausen bei der Sanität den Lauf gemeinsam mit seinem Laufpartner Seppi Neuhauser den Lauf und gewinnt die Master Klasse (Gesamtwertung Platz 5). Diagnostiziert wurden dann Brüche des linken Zeigefingers und mehrere Bänderrisse. Zwei Wochen später ist Anton Philipp wieder beim Eiger Ultra unterwegs, und zwar wieder mit Seppi Neuhauser in der Wertung E51 Couples. Mit Gips. Und die beiden gewinnen. Lediglich die Siegerehrung schenkt sich Anton Philipp. Und wiederum zwei Wochen später, beim Walser Trail Challenge, war Philipp schon wieder unterwegs.

Besondere Härte zeigt auch Denise Zimmermann beim Swiss Ironrail T214: Zuerst verliert sie kurzzeitig einen Schuh im Schlamm, dann muss sie im Kampf gegen ein Wespe den Kürzeren ziehen, und schließlich verstaucht sie sich auch noch den Knöchel. Aufgeben? Nein! Sie läuft die unfassbaren 214km und 11000 Höhenmeter zu Ende. Und … sie gewinnt!

Und der dritte im Bunde: Kilian Jornet. Der, der sonst quasi über den Kurs schwebt, macht beim Hardrock 100 Kontakt mit dem Boden. Er rutscht auf einem Altschneefeld aus – und kugelt sich die Schulter aus. Da sind gerade mal 15 von 100 Meilen gelaufen. Ist das ein Grund zum DNF? Nicht für Kilian Jornet. Der kugelt sich kurzerhand die Schulter wieder ein (es ist nicht das erste Mal, dass er das tun muss), dann läuft er weiter, und weil vor allem beim Abwärtslaufen der verletzte Arm Probleme macht, lässt er ihn sich an einer Aid Station an den Körper fixieren. Ach ja, er gewinnt dann auch noch den Hardrock 100 souverän – aber dazu mehr.

Also: Meine Standardfrage bei Klagen im Läuferfeld wird demnächst sein: Schulter ausgekugelt? Finger gebrochen? Von Wespe gestochen? Nein? Dann geht’s weiter. Naja, und wenn sich mein innerer Schweinehund bei mir während eines Rennens beschwert, dann gibt’s die gleiche Antwort …





Was gab es im Juli und August nicht alles an Läufen – allein schon in Europa mit Eiger Ultra Trail, Großglockner Ultratrail und Swiss Alpine / Swiss Iron Trail drei richtige Schwergewichte, dazu „kleinere“ Wettkämpfe wie der Walser Trail, Gondo Marathon, Allgäu Panorama Marathon, Immenstädter Gebirgsmarathon, Klassiker wie Sierre-Zinal und das neue Veranstaltungsformat des Montreux Trail Festival. Und nicht zu vergessen die Läufe in Übersee, allen voran der Hardrock 100.
Deshalb nur in Kurzfassung die Läufe mit der höchsten Dichte an den sogenannten „Eliteläufern“.



Hardrock 100: 

Der Hardrock ist einer der härtesten 100 Meilen Trail-Rennen. Gelaufen wird eine Schleife in den San Juan Mountains im Südwesten von Colorado – jedes Jahr in anderer Richtung. Im Gegensatz zum UTMB, bei dem in etwa gleich viel Höhenmeter bewältigt werden müssen (Hardrock: 10000 Höhenmeter) liegt der Hardrock 100 sehr viel höher (Durchschnittliche Höhe 3400 Meter), ist deutlich abgeschiedener (auf dem Rundkurs liegen gerade mal 3 kleine Ortschaften mit insgesamt 4070 Einwohnern) und auch die Wege sind deutlich weniger befestigt als in den europäischen Alpen. Deshalb ist auch die Teilnehmerzahl auf gerade mal 140 Läufer begrenzt. In diesem Jahr gehörte zu diesem Läuferfeld wieder Kilian Jornet – jetzt zum vierten mal in Folge. Denn der Sieger des Vorjahres ist automatisch qualifiziert. Daher waren neben Jornet auch Jason Schlarb (2016 geteilter Sieg mit Jornet) und Anna Frost automatisch gesetzt. Daneben hatten verschiedene andere High-Potentials Losglück: Iker Karrera (ESP), Mike Foot (USA), Adam Campbell (CAN), Joe Grant (USA) sowie Nathalie Mauclair, Caroline Chaverot (beide FRA) und Darcy Piceu (USA).

Am meisten verwunderte, wie Caroline Chaverot am Anfang losstürmte – sie führte anfangs sogar das Feld an und lief von dort bis Maggie Gulch mit den führenden Männern. Selbst bis zur Halbzeit des Rennens hatte sie einen deutlichen Vorsprung auf den Streckenrekord bei den Frauen. Doch dann – im Abstieg von der ausgesetzten „Verpflegungsstelle“ Krogers Kanteen verfehlte Chaverot einen Passübergang und stieg ins falsche Tal (Marshall Basin statt Liberty Bell Basin ab) – 400 Höhnmeter, bis sie Ihren Fehler bemerkte. Obwohl sie damit deutlich Zeit verlor und der Kursrekord kein Thema mehr war, machte sie dieser Fehler so wütend, dass sie das letzte Viertel von Telluride nach Silverton äußerst zügig zurücklegte und keine der anderen Läuferinnen den Sieg in Frage stellte. Hinter Chaverot hatte sich eine Vierergruppe gebildet (Darcy Piceu, Anna Frost, Nathalie Mauclair, Hannah Green – die nicht wirklich zusammenlief, aber lange Zeit gerade mal in einem Abstand von maximal einer halben Stunde durch die Aid Stations kamen. Beim Aufstieg zu Krogers Kanteen konnte sich dann Darcy Piceu absetzen, aber Chaverot war schon zu weit weg, als dass sie sie noch einholen konnte. Dennoch schnappte sie sich zum vierten mal den zweiten Platz (neben 3 Siegen in den Jahren 2012-2014) – Mrs. Consistency! Zwischen Nathalie Mauclair und Anna Frost ging es zwischen Telluride und immer hin und her, bis Mauclair dann bei Meile 82 einen stetig steigenden Vorsprung auf Anna Frost herauslaufen konnte.

Während bei den Frauen sich das Drama durch die Navigationsprobleme von Caroline Chaverot erst im zweiten Teil des Rennens entfaltete, begann es bei den Männern schon nach gerade mal 15 Meilen. Kilian Jornet lief an der Spitze mit Iker Karrera, als er in einem Altschneefeld zu Fall kam und sich die Schulter ausrenkte. Er legte selbst Hand an und renkte sie sich wieder ein, aber jeder, der dieses Manöver einmal mitgemacht hat weiß, dass damit bei weitem nicht alles gut ist. Dennoch lief er weiter – weiter mit Karrera. Nach Meile 40, in der Aid Station Grouse Gulch ließ er sich dann den betroffenen linken Arm an den Körper binden, um die Schmerzen durch das Hin- und Herschwingen des Arms zu reduzieren. Während Iker Karrera nach Ouray zurückfiel, bildete sich an der Spitze ein Trio aus Jornet, Mike Foot und Joe Grant. Grant fiel etwas zurück, Mike Foot konnte bis Meile 89 an Kilian Jornet dranbleiben, aber auch er konnte mit dem verletzten und nur noch einen Stock benutzenden Kilian Jornet nicht mithalten. Schließlich wurde Foote hinter Jornet Zweiter, Joe Grant Dritter. Iker Karrera kämpfte sich auf den fünften Platz durch.

Das Podium:
  1. Kilian Jornet ESP 24:32:20
  2. Mike Foote USA 24:55:26
  3. Joe Grant USA 25:37:59
  1. Caroline Chaverot FRA 28:31:50
  2. Darcy Piceu USA 29:22:29
  3. Nathalie Mauclair FRA 30:34:22
Die kompletten Ergebnisse findet man hier.



Eiger Ultra Trail

In diesem Jahr waren die Bedingungen ideal – weder gab es Probleme mit einem Schneeeinbruch kurz vor dem Rennen wie im letzten Jahr, noch drohten Gewitter. Es war ein trockener und für Juli sogar recht kühler Tag. Ein Tag, der eigentlich gemacht ist für Streckenrekorde …

Doch für einen Streckenrekord bei den Frauen sollte es nicht reichen – vielleicht auch wegen mangelnder Konkurrenz. Ildiko Wermescher, vier Wochen vor dem Eiger Ultra Trail noch als achte Frau beim Western States Endurance Run platziert, hatte kurzfristig auf den E51 umgemeldet – ihr war die längste Strecke dann doch zu lang. Und die am Anfang Führende Kathrin Götz (Schweiz) musste am Faulhorn verletzt ausscheiden. Damit übernahm die kurz hinter Götz laufende Andrea Huser (Schweiz) die Führung, die sie bis ins Ziel nicht mehr abgeben sollte und die nie umkämpft war. So siegt sie nun nach 2016 zum zweiten mal in Folge, war dieses Jahr jedoch 37 Minuten langsamer als 2016. Bis zur kleinen Scheidegg lag die Schweizerin Helene Ogi auf Platz 2, bis von hinten die Österreicherin Martina Trimmel vorbeizog und ihr den zweiten Platz wegschnappte. Mit Trimmel hatte wohl keiner gerechnet – sie war, was schon ihre Startnummer zeigt, nicht als Eliteläuferin gesetzt.

Stephan Hugenschmidt, der Gewinner des E101, auf der Eigermoräne.
Auch wenn es nicht so aussieht: Er bekannte später, dass er dort seinen
Tiefpunkt hatte.

Ein Läufer, mit dem auch scheinbar niemand rechnete, war der Deutsche, jetzt aber in der Schweiz lebende Stephan Hugenschmidt. Warum das so war ist nicht ganz klar, denn Hugenschmidt hatte auch in den Vorjahren überzeugende Ergebnisse geliefert und hatte beim Scenic Trail im Juni zusammen mit Matthias Dippacher zeitgleich den K113 gewonnen. In der ersten Streckenhälfte dominierte jedoch Daniel Jung (Italien) das Rennen. Im Aufstieg zum Männlichen brach er jedoch total ein, lief aber trotzdem weiter und wurde schließlich noch Fünfter. Durch den Einbruch von Jung konnte nach der Hälfte der Strecke Jordi Gamito Baus (Spanien) die Führung übernehmen, diese nahm ihm aber beim Aufstieg zum Männlichen Stephan Hugenschmidt wieder ab, der von hinten ganz stark kam und sich einen deutlichen Sieg herauslaufen konnte. Er unterbot mit seiner Zeit von 11:01 den bisherigen Kursrekord von Iker Karrera (11:38, aufgestellt 2013) um über eine halbe Stunde. Ebenso beeindruckend ist, dass die führenden drei Läufer in diesem Jahr alle unter der damaligen Zeit von Iker Karrera blieben. Den zweiten Platz belegte nach einem klug eingeteilten Rennen der Sieger von 2014 und 2015, Urs Jenzer. Er war am Anfang noch Siebter gewesen und hatte sich dann stetig und durch eine gute zweite Hälfte an die Spitze herangeschoben.

Das Podium:
  1. Andrea Huser (SUI) 13:46
  2. Martina Trimmel (AUT) 14:44
  3. Helene Ogi (SUI) 14:49
  1. Stephan Hugenschmidt (GER) 11:01
  2. Urs Jenzer (SUI) 11:15
  3. Jordi Gamito-Baus (ESP) 11:31
Die kompletten Ergebnisse findet man hier.



Swiss Alpine / Swiss Iron Trail

Die 1986 erstmals gestartete Traditionsveranstaltung Swiss Alpine und die erst fünf Jahre alte Veranstaltung Swiss Irontrail haben in diesem Jahr ihre Kräfte gebündelt und haben beide Rennserien sowie die neu geschaffene Swiss Trail Serie am gleichen Wochenende veranstaltet. Damit hatte man die Auswahl zwischen Trailläufen von 21 bis 214 km. Die herausragenden Läufe sind dabei der K78 aus der Swiss Alpine Serie und der T214 aus der Swiss Irontrail Serie.

Beim K78 gab es einen Start-Ziel Sieg des Spaniers Tofol Castanyer. Ihm auf den Fersen war praktisch vom Start an der Schweizer Roman Wyss, der im Ziel ganze 7 Minuten Rückstand auf Castanyer hatte. Matt Flaherty aus den USA, nicht nur als Läufer bekannt sondern auch als Singer/Songwriter, war in Filisur nach der ersten noch nicht sehr gebirgigen Hälfte des K78 noch auf Platz 6 gelegen. Von dort aus arbeitete er sich Platz für Platz nach vorn und landete schließlich auf Platz 3. Wäre das Rennen 10 Kilometer länger gewesen, wer weiß, was da noch drin gewesen wäre.

Bei den Frauen stand Ida Nilsson am Start – und fast immer, wenn sie in den letzten Jahren bei einem Rennen startete, hat sie es auch gewonnen. So auch hier. Und hier war es nicht die Sache von Minuten, sondern sie hatte letztlich über eine Stunde Vorsprung auf die Zweite, die Britin Sarah Morwood. Diese lag – wie Flaherty im Rennen der Männer – anfangs auf Platz 6 und konnte sich dann sukzessive nach vorn arbeiten. Auf den letzten Kilometern, nach Sertig Dörfli, überholte sie die bis dahin Zweite, Luzia Bühler (Schweiz), die schließlich Dritte wurde. Die Lokalmatadorin Jasmin Nunige, bis dahin auf Platz 2, musste nach Bergün wegen einer Verletzung und Schmerzen am Fuß das Rennen aufgeben.

Das Podium:
  1. Tofol Castanyer, ESP, 6:25:09
  2. Roman Wyss, SUI, 6:32:43
  3. Matt Flaherty, USA, 6:37:34 
  1. Ida Nilsson, SWE, 7:05:19
  2. Sarah Morwood, GB,  8:10:26
  3. Buehler Luzia, SUI, 8:12:43
Die kompletten Ergebnisse findet man hier.


Beim T214 des Swiss Iron Trails gab es lediglich 51 Finisher – 45 Männer und 6 Frauen. Dies ist bei solch langen Kanten gar nicht so ungewöhnlich. Allerdings zeigen die deutlichen Start-Ziel Siege von Denise Zimmermann (Schweiz) und dem Südtiroler Peter Kienzl, dass in diesen langen Wettbewerben derzeit die Konkurrenz an er Spitze nur sehr dünn ist. Der Renndirektor Andrea Tuffli äußerte sich angesichts der Finisherzahlen auch nachdenklich, ob dieser Event auf Dauer Teil des Programms bleiben kann.

Das Podium:
  1. Denise Zimmermann 41:47:19
  2. Lehmann Anita 44:45:52
  3. Dalcolmo Jeanette 49:06:12
  1. Peter Kienzl ITA 34:44:11
  2. Roman Sutter SUI 37:39:29
  3. Hironori Tasaka JPN 38:21:43
Die kompletten Ergebnisse findet man hier.



Sierre-Zinal

Dieser 31 Kilometer lange Klassiker, der seit 1974 ausgetragen wird, ist richtig schnell. Und es braucht nicht nur hervorragende Kletterqualitäten für den Aufstieg von 2000 Höhenmetern aus dem Rhonetal heraus, auf dem Weg runter nach Zinal ist auch gutes Bergab-Laufen gefordert. Und da gibt es vor allem einen Meister – Kilian Jornet. Ja, da ist er wieder – trotz der langen Abwesenheit für sein Projekt Everest und trotz der ausgekugelten Schulter (siehe oben). Jornet hielt sich zwar von Anfang an in den Top 10 auf, hatte aber am Kulminationspunkt bei KM 20 (Hotel Weisshorn) immer noch über eine Minute Rückstand auf den Führenden Jose David Cardona (Kolumbien). Als dann aber ab KM 24 der Abstieg nach Zinal begann, änderte sich die Reihenfolge grundlegend. Am Ende siegte Kilian Jornet mit 14 Sekunden Vorsprung vor dem Briten Rob Simpson. Der US Amerikaner Max King, der in diesem Jahr schon den Chuckanut 50k gewonnen und beim Maxi Race in Annency Zweiter geworden war, kam auf Platz drei. Der beste Deutsche fand sich auf Rang 96.

Dafür sah es bei den Frauen besser aus, was die Deutschen Athletinnen betraf. Hier waren mit Lucy Wambui Murigi aus Kenia und der Berglaufspezialistin Michelle Maier aus Rosenheim die Siegerinnen von 2015 und 2016 am Start. Für Lucy Wambui Murigi wurde es ein Start-Ziel Sieg. Michelle Maier lag dagegen nach dem steilsten Teil auf Platz 3, konnte dann aber zwischen Chandolin und Hotel Weisshorn die Britin Sarah Tunstall überholen. Amandine Ferrator (Frankreich) konnte sie von ihrem dritten Platz nicht mehr in Bedrängnis bringen.

Das Podium:
  1. Murigi Lucy Wambui KEN 2:58:39
  2. Michelle Maier GER 3:05:11
  3. Amandine Ferrato FRAU 3:09:42
  1. Kilian Jornet Burgada ESP 2:33:05
  2. Rob Simpson GBR 2:33:19
  3. Max King USA 2:34:04
Die kompletten Ergebnisse findet man hier.





Leider gibt es im deutschsprachigen Bereich kaum hochqualitative Trail-Filme. Sicher werden hier oder dort von den verschiedenen Trail-Ultras Teaser oder kurze Rückblicke von maximal fünf Minuten ins Netz gestellt, aber längere Filme mit einer klaren Story  sind Mangelware. Daher stammt die Filmauswahl auch wieder einmal vorwiegend aus den USA.

Aus Anlass des Hardrock 100 wurden zwei Filme veröffentlicht, die sehr sehenswert sind und einen schönen Einblick in die Atmosphäre des Hardrock wie auch in die Landschaft der San Juan Mountains geben:

Pacing Hardrock: Ein Film des kanadischen Läufers und Filmers Jeff Pelletier. Der Film verfolgt Pelletier, wie er beim Hardrock 100 2015 als Pacer für seinen Freund Kevin Douglas fungiert.

The Unknown – The Hardrock 100: Billy Yang is back – dieses mal begleitet er mit seiner Kamera und seinem einfühlsamen Storytelling Timmy Olson beim Hardrock 100 2016. Großartige Bilder, tolle Geschichte!

Speedgoat: Nachdem es in diesem Jahr schon einen Film von Karl „Speedgoat“ Meltzer auf dem Appalachian Trail gab – den Red Bull finanzierte und herausbrachte – ist es jetzt der Laufschuhhersteller Hoka One One, der die Kariere von Karl Meltzer dokumentiert. Etwas befremdlich dabei bei einem Sportler der Gegenwart, dass Szenen aus seiner Kindheit mit Schauspielern gespielt werden; ansonsten ist Karl Meltzer: Karl Meltzer.

Tromso Skyrace: Dies ist „nur“ einer dieser kurzen Filme über ein Rennen, aber mit sehr beeindruckenden Bildern von dem Rennen, das Kilian Jornet und Emelie Forsberg ins Leben gerufen haben und das Anfang August zum dritten mal stattfand.

Eiger Stone – the official film: Vom Eiger Ultra Trail ist man aus den letzten Jahren gewöhnt, dass sie ihren Race Movie in eine kleine, nette Geschichte verpacken. Auch in diesem Jahr – sehenswert nicht nur für diejenigen, die bei diesem Rennen mit dabei waren. 





Welche Ultra- und Trailläufe sind im August und September besonders interessant? Da gibt es welche, die sicher interessant zum Anschauen sind, aber auch welche, bei denen man noch mitmachen kann:


ZUM ANSCHAUEN

1.-3. September 2017: UTMB. Man mag von den Machenschaften der Familie Poletti halten was man will – unbestritten ist: Der UTMB ist nicht nur einer der teilnehmerstärksten Trail-Ultramarathons, er zieht auch die größte Zahl von Elite Athleten an. Der UTMB hat mittlerweile diese Athleten auf seiner Seite aufgeführt, und anders als bei den vielen anderen Trail-Rennen, bei denen maximal 2-3 Läufer um den Sieg laufen können, sind es beim UTMB sowohl bei den Herren als auch bei den Frauen mindestens 10, wenn nicht gar 20 Läufer, die um den Sieg mitlaufen können. Hier eine (persönliche) Auswahl der Athleten, von denen ich glaube, dass sie beim Kampf um das Podium eine entscheidende Rolle spielen: 

UTMB (Herren): Kilian Jornet Burgada (ESP), Luis Alberto Hernando (ESP), Francois d’Haene (FRA), Zach Miller (USA), Xavier Thevenard (FRA), Miguel Heras (ESP), Tim Tollefson (USA), Tofol Castanyer (ESP), Dylan Bowman (USA), Jason Schlarb (USA). Die Liste ist natürlich sehr viel länger, und es kann da durchaus Überraschungen geben. Ganz oben – nach ITRA-Punkten – steht Jim Walmsley. Dass ich ihn nicht in die Liste der Top 10 mit aufgenommen habe hängt daran, dass er bislang nicht zeigen konnte, dass er im Rennen die für 100 Meilen benötigte Disziplin an den Tag legen kann. Und so vermute ich auch dieses mal, dass er am Start wild davonläuft – um dann irgendwann einzubrechen oder von anderen eingefangen zu werden. Der UTMB hat eine lange Geschichte darin, dass nicht der gewinnt, der am Anfang losstürmt … Es gibt auch jede Menge von UTMB-Veteranen, die in diesem Jahr wieder dabei sind – neben Kilian Jornet, der durchaus große Chancen hat, sind das Julien Chorier (FRA) und Sebastien Chaigneau (FRA) – beide kaum mit realistischen Chancen aufs Podium. Dennoch sehr schön: Die Mischung aus Newbies und alten Hasen …

UTMB (Damen): Caroline Chaverot (FRA), Nuria Picas (ESP), Magdalena Boulet (USA), Andrea Huser (SUI), Kaci Lickteig (USA), Stephanie Howe Violett (USA), Gemma Arenas (ESP), Emelie Lecomte (FRA), Beth Pascall (GBR), Fernanda Maciel (BRA). Aus Deutschland ist unter den Elite-Startern Lisa Mehl (TSV Kusterdingen) und in erweitertem Sinne (wegen italienischer Staatsbürgerschaft, aber Wohnort in Deutschland) Basilia Förster (Team Erdinger Alkoholfrei) - viel Erfolg! 

Auch bei den „kleineren“ Läufen der Gesamtveranstaltung UTMB gibt es jede Menge an bekannten Namen – hier einmal eine kleine Liste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

CCC (Herren): Hayden Hawks (USA), Tom Owens (GBR), Ryan Bak (USA), Ludovic Pommeret (FRA).

CCC (Damen): Megan Kimmel (USA), Maite Maiora (ESP), Camille Herron (USA), Ruth Croft (NZL), Nathalie Mauclair (FRA), Kristin Berglund (SWE), Holly Rush (GBR).

TDS (Männer): Daniel Jung (ITA), Michel Lanne (FRA), Antoine Guillon (FRA).

TDS (Damen): Ildiko Wermescher (HUN/GER): Sie läuft fast so häufig und so viel wie Andrea Huser – und das auch mit Erfolg. So wurde sie in diesem Jahr Achte beim Western States 100, und kam beim Swissalpine T133 auf den zweiten Platz. Auch mit dabei: Lizzy Hawker (GBR), die in den Anfangsjahren des UTMB auf der langen Schleife Geschichte geschrieben hat.

OCC (Männer): Marc Lauenstein (SUI), Mohamed El Morabity (MAR). In diesem Lauf ist im Elite-Feld ebenfalls ein Deutscher dabei: Moritz auf der Heide (LAZ Puma Rhein-Sieg). Der hatte im letzten Jahr nicht nur den Trail Uewersauer in Luxemburg gewonnen, sondern wurde in diesem Jahr auch Zweiter beim Brocken Challenge und Dritter beim Swissalpine K47. 

OCC (Damen): Stevie Kremer (USA), Rory Bosio (USA), Emelie Forsberg (SWE), Amandine Ferrato (FRA).

Der UTMB scheint (noch) nicht mit auf den Zug aufgesprungen zu sein, ein Satelliten-basiertes Echtzeittracking anzubieten. Aufgrund der vielen Kontrollstellen entlang des Kurses ist aber die Verfolgung mittels Durchgangszeiten auch sehr effektiv: nachzuverfolgen hier. Außerdem gibt es das sogenannte UTMB-TV, auf dem auch Vorträge etc. in der Woche vor dem Wettkampf übertragen werden. Man findet dies bei dailymotion. Und natürlich wie immer an der Strecke: IRunFar, deren Twitter Feeds man unter dem Handle @iRunFar oder auf ihrer Homepage (www.irunfar.com) verfolgen kann. Hier gibt es auch immer die interessanten Pre-Race Interviews.


ZUM MITLAUFEN

Im September geht langsam die hochalpine Wettkampfsaison zu Ende. Es geht jetzt zunehmend ins Mittelgebirge oder nicht mehr ganz so stark in die Höhe. Bei folgenden Trailläufen gibt es aber im September/Oktober für Kurzentschlossene immer noch die Möglichkeit, Startplätze zu ergattern.

16.9. Saxoprint Pfalztrail: 83km, 2440 Höhenmeter. Es gibt aber auch Half Trail, Quarter Trail und Fun Trail mit (deutlich) kürzeren Strecken. Bei dieser Veranstaltung wird immer wieder gelobt, dass man tatsächlich sehr viel Trail auf der Strecke hat. Interessant auch für Punktejäger für UTMB Qualifikationspunkte: Dies ist einer von nur noch fünf verbliebenen deutschen Veranstaltungen, bei der man Punkte sammeln kann. Der Saxoprint Pfalztrail geht in diesem Jahr schon in die 6. Auflage, daher ist Professionalität garantiert.

23.9. Bad Gastein Ultraks: 47,1 km, 3224 Höhenmeter. Ein Neues Rennen in der Ultraks „Familie“, hinter der die Firma Outdoor Unlimited SARL in Genf steht – und die veranstaltet Ski Mountaineering- und Trailrunning-Veranstaltungen. Letztere gibt es seit 4 Jahren in Zermatt (Matterhorn Ultraks) und St. Moritz (Engadin Ultraks). Nun ist der Bad Gastein Ultraks neu dazugekommen. Es gibt drei unterschiedliche Streckenlängen: 17,4 km (+/- 1264 Höhenmeter), 31,5 km (+/- 2164 Höhenmeter) und schließlich die Langstrecke von 47,1 km (+/- 3224 Höhenmeter).

6.-8.10. Kaisermarathon / Tour de Tirol: Kaisermarathon 42km mit 2350 Höhenmetern. Eigentlich nicht nur ein Lauf, sondern ein ganzes Laufwochenende, denn am Freitag gibt es zusätzlich den Söller Zehner (10km, 255 HM) und sonntags der Pölven Trail (23 km, 1240 HM). Man kann alle Läufe für die Gesamtwertung laufen, oder auch nur einen von ihnen. Diese Veranstaltung gibt es seit 2010, hat sich aber hinsichtlich Streckenlänge und Austragungsort immer mal wieder geändert, seit 2014 ist sie aber in diesem Format unverändert.

7./8.10 Black Forest Trailrun Masters: Tag 1: Black Forest Trailrun: 58,4 km mit 2220 Höhenmeter, Tag 2: Panoramatrail 35,3 km, 1850 Höhenmeter. Nach einer Wechselvollen Geschichte und einem „Ausflug“ zu den Trail Maniaks ist die Veranstaltung wieder in heimischen Händen. Die Läufe am Samstag und Sonntag können entweder separat oder beide zusammen gelaufen werden (dann wird man in der „Masters“-Kategorie geführt). Alternativ kann man am Sonntag auch den Black Forest Petit Trail laufen (16,5 km, 850 Höhenmeter). 

21./22.10. Transruinaulta/Transviamala: 42 km, 1800 Höhenmeter/19 km, +950/-620 Höhenmeter. Auch hier hat man die Möglichkeit, entweder nur einen der beiden Läufe oder beide nacheinander zu laufen. Beide Strecken verlaufen durch die landschaftlich einmaligen Graubündner Rheinschluchten – die Vorder- und die Hinterrheinschlucht. Der Transviamala stand zudem schon häufig ganz oben bei der Wertung „schönster Lauf der Schweiz“. 

29.10. Saarschleife Trail: 61 km, 2000 Höhenmeter. „Hauptsach gudd gess“ sagt man im Saarland – hier könne man auch sagen: „Hauptsach gudd gerennt“. Am letzten Wochenende des Oktobers gibt es seit 2016 einen Trail-Ultra am Wahrzeichen des Saarlandes: Der Saarschleife. Die erste Ausgabe schien zwar das Organisationsteam an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht zu haben, hat aber von den Teilnehmern sehr gute Kritiken bekommen – und so gibt es auf jeden Fall eine zweite Auflage. Wer es nicht so weit haben will, für den gibt es auch einen Middle-Trail mit 31km und 1000 Höhenmetern, einen Short-Trail mit 15km und 540 Höhenmetern und einen Fun-Trail mit 8,5km und 290 Höhenmetern. Lohnt sich bestimmt!





„Runter kommen sie alle“ heißt es so schön beim Fliegen. Beim Trailrunning ist es dagegen meist sehr viel einfacher hochzukommen. Sicher nicht von der Anstrengung her, sondern von Technik und Sicherheit. Dadurch bleibt sehr viel Potential und Zeit „auf der Strecke“. Gerade wenn man versucht, sich am Berg hinsichtlich er Ausdauerleistung gleichmäßig einzuteilen, ergibt das ein Problem: Wenn man hinsichtlich der Lauftechnik unsicher ist, kann man bergab gar nicht so viel geben, wie das die Ausdauer eigentlich zulassen würde. Meist ist dann auch noch die Folge: Am nächsten Anstieg powert man zu viel, weil man verlorene Zeit reinholen will. Beides nicht ideal, wenn man möglichst gleichmäßig laufen will am Berg.

In zwei Videobeiträgen beschäftigt sich Michael Arend mit der Technik des bergauf- und bergab Laufens.
Bezeichnenderweise ist das Video übers bergab Laufen um ein Vielfaches länger als das über bergauf Laufen … scheint also tatsächlich schwieriger zu sein. 





Quo vadis, Trailrunning? Diese Frage kann man sich angesichts der Diskussionen um Punkte, Qualifikationsrennen und die Rolle der Verbände schon stellen. Sie wurde auch beim 3.Trail Running Symposium im Pitztal im Rahmen des Pitz Alpine Glacier Trail in einer Podiumsdiskussion („Schneller, Höher, Weiter – Trail Running in der Extreme“) aufgegriffen. Von dieser Podiumsdiskussion hat Robert Kampczyk von vitaminberge.de einen Mitschnitt ins Netz gestellt. Auch wenn diese Podiumsdiskussion an vielen Stellen etwas mehr in der Tiefe schürfen dürfte, sie gibt dennoch hier und da interessante Einblicke und Überlegungen.



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